Human Resource Management Personalgewinnung

So kann die HR-Präsenz in sozialen Netzwerken gelingen (Teil 2)

Social  Media ist in aller Munde. Doch welches sind die Voraussetzungen für eine
Präsenz, für wen macht sie Sinn und für wen weniger? Diese zehn Fragen
und Ihre Antworten helfen, mehr Klarheit zu schaffen und das Wesentliche
zu fokussieren. (Teil 2)

Haben Sie Mitarbeiter mit Medienkompetenzen?

Social Media ist ein Medium, das ein recht breites Know-How und darüber
hinausgehende Medienkompetenzen voraussetzt. Und zwar nicht nur
technische sondern auch die sich bietenden Möglichkeiten, Präsentation
von Inhalten und die Dialogfunktionen. Auch das medien- und
zielgruppengerechte Aufbereiten von Inhalten, die Verknüpfung mit
anderen Angeboten und die Bereitschaft zu einem permanenten Lernprozess
gehören dazu. Man kann sich das Wissen aneignen – aber nicht von heute auf morgen.

Sind Ihre Mitarbeiter Zielgruppenkenner?

Einige schöne Bildchen und eindrucksvolle Statements genügen nicht. Erst wenn
Ihre das Netzwerk pflegenden Mitarbeiter Ihre Zielgrupppe kennen, ihre
Anliegen ernst nehmen und aufnehmen, in einen kompetenten und
authentischen Dialog treten, auf Kritik und Anregungen antworten und
sich an Gesprächen beteiligen, erfüllt Ihr Präsenz ihren Zweck – und
hilft die Ziele zu erreichen. Kann dies nicht sichergestellt werden,
scheitert eine Netzwerkpräsenz mit grosser Wahrscheinlichkeit oder
erreicht mit Imageschäden und Vertrauensverlusten sogar das Gegenteil.

Einbindung in ein Netzwerk und die Onlinepräsenz

Ein Netzwerk entfaltet die gesamte Wirkung, wenn es in alle anderen
Aktivitäten und Präsenzen eingebunden ist und von dort Besucher, Likes
und Sharings erhält. Dies können andere Netzwerke sein, ein Blog, die
Unternehmenswebsite, Twitter-News zu interessanten Diskussionen oder
Special-Interest-Netzwerke wie Pinterest oder Xing. Nicht nur ein gutes
Suchmaschinenranking sondern auch eine gute Sichtbarkeit ist für die
Präsenz Ihres Unternehmens und damit für das Employer Branding wichtig.

Haben Sie eine effiziente Organisation?

Eine Riesenorganisation ist nicht notwendig – und sie würde sich auch
niemals rechnen. Aber ein Verantwortlicher, ein Minimalzeit- und
Aktivitätenplan, also ein „Wer macht wann was“  mit klaren
Zuständigkeiten sollte vorhanden sein und kontrolliert werden. Oft ist
je nach Zielen und Aktivitäten auch ein Zusammenspiel von IT-Leuten, dem
HR und dem Marketing sinnvoll oder gar notwendig – was aber auch den Koordinationsaufwand und die Ressourcenbeanspruchung sofort wieder und schnell unverhältnismässig erhöht.

Ist Ihre Facebook-Präsenz in ein Gesamtkonzept eingebunden?

Auch ein Netzwerk muss in ein Netzwerk eingebunden sein. Erst die
Einbindung in andere Aktivitäten und deren Verknüpfung mit Plattformen
wie Jobbörsen, Karrierewebsite, klassischen Anzeigen, Twittereinsatz,
gegenseitige Verlinkungen und mehr verstärken die Präsenzwirkung – und verhelfen Facebook wiederum zu Besuchern und Beachtung.

Passt das Netzwerk zu Ihrer Unternehmenskultur?

Welche Reputation hat Ihr Unternehmen, Ihre Branche, Ihre PR-Aktivitäten
und ihre Kommunikation im und mit dem Arbeitsmarkt? Sind Sie ein junges
dynamisches Unternehmen und gar in der IT-Branche zuhause, ist der Fall
klar. Für ein kleines, eher konservativ-traditionelles und kommunikativ
nicht sehr aktives Unternehmen mit älteren Mitarbeitern fehlt die
Eignung vermutlich – und wir wären dann ja auch wieder bei der ersten
Frage nach der Zielgruppe, die damit zusammenhängt.

Last but not least: Erfolgskontrolle und Monitoring

Erfolgskontrolle ist ein Muss – Sie müssen wissen, was mit wem wo geschieht. Nur dann
können Sie ihre Aktivitäte gezielt einsetzen und erkennen, ob Ihre Ziele erreicht werden und ob sich der Aufwand rechnet. Social Media Monitoring ist dabei die systematische Beobachtung und Auswertung von Beiträgen auf Social Media Plattformen. Der Fokus des Monitorings liegt dabei auf der kontinuierlichen Überwachung von Aktivitäten, Veränderungen und Trends. Insbesondere für das Employer Branding ist ein Social-Media-Monitoring aufschlussreich.

Erwarten Sie Wunder und Soforterfolge?

Tun Sie dies, vergessen Sie Facebook und andere Social Media-Aktivitäten. Sie werden enttäuscht sein. Dieser Zweig steckt, auch was dessen Nutzung betrifft, noch in den Kinderschuhen und nicht wenige Unternehmen erreichen gemäss Untersuchungen nicht einmal 10 Prozent
Ihrer Zielgruppen. Kritische Stimmen meinen auch, dass es ein Hype sein könnte, der die hohen Erwartungen auch langfristig nicht wirklich erfülle. Wie dem auch sei – seien Sie mit Ihren Erwartungen realistisch – und investieren Sie im Zweifelsfall vielleicht sogar eher in Ihre Karrierewebsite, wenn sich Erfolge nicht wunschgemäss einstellen oder sich der Aufwand nicht rechnet!

 

Hier geht es zum Teil 1

 


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