Personalentwicklung

Social Media in der Personalentwicklung: Konkrete Möglichkeiten

Über Social Media wird zurzeit viel geschrieben, auch im Bereich der Personalentwicklung. Oft aber nur von Strategien, Chancen und Zukunftsausblicken. Hier finden Sie konkrete Anregungen für Ihre Personalentwicklungs-Praxis mit Anwendungsadressen.

Wenn Mitarbeiter beispielsweise in Unternehmens-Blogs ihre Lern- und Umsetzungserfahrungen nach einem Workshop beschreiben, interne Wikis zum Wissensmanagement nutzen und austauschen oder ihre neu gewonnenen Kenntnisse in E-Portfolios wie Slideshare festhalten und dieses Wissen mit anderen Kollegen und Niederlassungen teilen und vernetzen, fördert dies nicht nur Fachwissen und Praxistransfer, sondern auch soziale und lerndidaktische Kompetenzen und den Umgang mit neuen Medien, insbesondere des Social Media.

Social Learning verändert die Personalentwicklung

Ein wachsendes Angebot an Internetdiensten, Plattformen und Netzwerken widmet sich dem Social Learning und Lernen im und mit Social Media, was die Personalentwicklung in den nächsten Jahren stark verändern dürfte. Studien zeigen immer wieder, dass 90 % des Lernens durch gemeinsamen Erfahrungsaustausch und praktische Erfahrungen bei der Arbeit mit sozialem Feedback erfolgen. Social Learning fördert auch stark das äusserst wichtige selbstverantwortliche Lernen und die Lernmotivation.

Voraussetzungen und Eignung

Natürlich sollte Social Media systematisch in eine Lernarchitektur, bzw. ein Personalentwicklungskonzept eingebunden werden und mit anderen Instrumenten im Rahmen eines Blended Learning sinnvoll kombiniert und auf die didaktische Eignung hin überprüft werden. Wichtig ist auch, Lernende mit den notwendigen Medienkompetenzen auszustatten, damit die Instrumente beherrscht und richtig eingesetzt werden.

Gute Eignung für Microlearning

Social Media Aktivitäten sind oft als Vertiefungs-, Ergänzungs- oder Followup-Instrument sinnvoll und leisten vor allem im Lerntransfer hervorragende Dienste. Gerade im aufkommenden Microlearning, bei dem mit „Learning Nuggets“ kompakte Lernformate von 10-15 Minuten Dauer eingesetzt werden, sind einige der folgenden Tools und Angebote sehr geeignet. Solche Dienste mit Webadressen und Einsatzbeispielen sind die folgenden:

Trainer und Experten in Business-Netzwerken

Netzwerken mit Experten und Kollegen, beispielsweise über Xing oder Linkedin, die bekanntesten Business-Netzwerke mit vielen interessanten Funktionen, Foren und Themenseiten sind sinnvoll, um Lernerfahrungen auszutauschen, Kollegen mit gleichen Lernprojekten zu finden oder neue Wissensquellen zu erschliessen. Hier findet man auch gute Trainer oder Experten für Weiterbildungsveranstaltungen oder Fachleute, die sich mit aktuellen Personalentwicklungsfragen auseinandersetzen. Xing hat dazu und darüber hinaus zahlreiche HR-Foren mit Diskussionen, Empfehlungen und Erfahrungsaustausch.

Wissens- und Erfahrungsaustausch in Blogs

Blogs ermöglichen einfach und schnell Publikationen mit Text-, Bild- und Videoelementen und das Hinzufügen von Leser-Kommentaren, beispielsweise zu unterschiedlichen Lernerfahrungen oder Feedbacks auf Workshops und mehr. Blogs sind anbieter- und nutzerseitig einfach zu bedienen und erfreuen sich grosser Beliebtheit. Man kann Umsetzungserfahrungen von Gelerntem austauschen, Followup-Fragen an Trainer stellen, Themen-Blogs zur Weiterbildung gründen oder vom HR aus Lernempfehlungen publizieren. Auch Lernthemen-Blog gibt es sehr viele; Google hat eine spezielle Rubrik für die Blogsuche. Hier werden Blogdienste getestet.

Webinare für Followup und Kurzseminare

Zur Vertiefung und Optimierung des Praxistransfers sind Followup-Webinare (online abgehaltene Seminare) mit anschliessendem Erfahrungs- und Wissensaustausch in Foren und mit Seminarleitern eine weitere Möglichkeit. Diese sind sehr kostengünstig, ortsunabhängig und mit unbegrenztem Teilnehmerkreis möglich. Vertiefende Informationen rund um Webinare finden Sie hier und die Meinung ihrer Kolleginnen und Kollegen aus dem HR-Bereich in diesem Beitrag.

Lerntipps und Wissensquellen mit Twitter

Twitter ist ein auf Mitteilungen (Tweeds) mit 140 Zeichen beschränkter Microbloggingdienst. Sie können öffentlich oder nur für einen ausgewählten Nutzerkreis geschrieben werden. Neuen Input bei Twitter während des Lerntransfers kurz und prägnant kommunizieren, Fragen zum Lernthema an Trainer stellen und Live-Eindrücke aus einem Seminar an im Unternehmen verbliebene inklusive Foto eines Flipcharts sind beispielsweise einige Anwendungsmöglichkeiten. Zu Twitter geht es hier.

Social Bookmarks als Wissensarchive

Social Bookmarks sind ein spannendes Instrument für das Lernen in Gruppen. Sie ermöglichen das Speichern und Teilen von Favoriten. Man profitiert so von Links, welche von anderen Usern, beispielsweise zu interessanten Online-Learning-Fachartikeln, oder aktuellen Themen zu innerbetrieblichen Lernaktivitäten, gespeichert wurden. Da gespeicherte Webadressen zuerst angezeigt werden, erhält man je nach Thema qualitativ gute Ergebnisse.

Facebook – Likes und Shares zum Lernen

Facebook ist zwar ein eher privat genutztes Netzwerk für Freizeit-Chats und -fotos. Doch wegen dessen Popularität und hoher Teilnehmerzahl eignet es sich beispielsweise zum Bewerten, Kommentieren, Teilen und Taggen von Seminaren und Workshops, für Stimmungsbilder von Lernveranstaltungen, Transfer-Feedback und anderes mehr durchaus auch. Auch für das Mobile Learning und zur Nutzung von „Learning-Nuggets“ kann Facebook je nach Mitarbeiter, Zielen und Themen ebenfalls geeignet sein. Die Gesellschaft für Personalentwicklung mit einem vielseitigen Mix von Informationen zeigt, wie eine adäquate Facebook-Präsenz daherkommen kann.

Präsentation und Powerpoint-Slides

Slideshare ist ein Webcastdienst, der besonders praktisch ist, wenn man beispielsweise eine (Lern)-Konferenz vorbereitet: Referenten können in einer Kontaktliste angelegt und aufgefordert werden und ihre Präsentationen hochladen. Die Präsentation kann dann direkt aus dem Web erfolgen. Präsentationen, z.B. aus Workshops können archiviert und anderen ebenfalls zugänglich gemacht werden. Das Angebot an Slides zu vielen Lernthemen ist ebenfalls sehr gross und eignet sich für die kompakte Wissensvermittlung. Slideshare.net

Interessante Online-Learning-Tools

Im Internet gibt es zahlreiche interessante E-Learning-Tools. Doch die
leistungsfähigen und brauchbaren zu finden, ist nicht einfach. Wir haben
es versucht, lassen Sie sich von der Auswahl, Innovationsvielfalt und
Einfachheit dieser Tools überraschen. Diese Tools sind einfache Werkzeuge, die Möglichkeiten der Nutzung des Online-Lernens vor allem auch in Gruppen, die Erstellung und
Archivierung von Informationen und attraktive Präsentationen
ermöglichen.

Youtube – Fundgrube für Lernvideos

Youtube bietet eine immense Auswahl an Videobeiträgen – und auch an Themen zur Personalentwicklung als solche wie auch zu Lernthemen von Fremdsprachen über Online- und Office-Kurse bis zu Vorträgen zu Leadership-Themen mangelt es nicht. Qualitätsgeprüfte Video-Empfehlungen an bestimmte Mitarbeitersegmente oder Führungskräfte per E-Mail, das Erstellen von YouTube-Kanälen d.h. individuellen Websites von Benutzern bzw. Mitarbeitern zu bestimmten Themengruppen möglich. Diese Videos beispielsweise setzen sich mit Social Media und Personalentwicklung auseinander.

Mit Wikis einfach möglich: Wissensmanagement

Wikis sind von Nutzern bzw. Mitarbeitergruppen oder einem Unternehmen erstellbare Websites, die auch für ein einfaches Wissensmanagement sein können. Das Wiki-System ist eine effiziente Form des Wissensmanagements. Eine FAQ-Liste zu häufigen Fragen an die HR-Abteilung und Informationen zum Stand aktueller Projekte sind einige Anwendungsbeispiele. Es gibt sie als Freeware (www.dokuwiki.org/dokuwiki) und als klassische Software. Ein Beispiel mit den vielfältigen Funktionen: mywiki.espresto.de.

News-Abonnements um uptodate zu bleiben

Sogenannte Feedreader sind zur Abonnierung von Nachrichten und Beiträgen, oft auch als Add-on in Browsern, nutzbar. Der Nutzer kann damit Nachrichten verschiedener Quellen einen eigenen Feed favorisieren – auch für andere Leser. In der Personalentwicklung eignen sie sich, aktuell und auf einen Blick über ein Wissensgebiet, Seminarangebote, Fachliteratur oder Weiterbildungsthemen generell informiert zu werden und zu bleiben. Hier ein einfacher, kostenloser Reader und mit www.newsblur.com eine Lösung für mehr Ansprüche.

 


 

 


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Die Mehrwertleistungen des PRAXIUM-Verlages

Die neuen Fachwerke des PRAXIUM-Verlages gehen über die traditionelle
Wissensvermittlung hinaus und unterstützen auch den Lern- und
Arbeitsprozess in der HR-Praxis mit digitalen Mehrwertleistungen. Dies
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wie auch auf den CD-ROM’s von einfachen Checklisten und Arbeitshilfen
über Mustervorlagen unterschiedlichster Art bis zu dem Workflow in der
Praxis folgenden und aufeinander abgestimmten Analyse- und
Planungstools.

Von diesen finden Sie in dieser Präsentatiozahlreiche Beispiele, die Ihnen auch Anregungen zur Erstellung eigener Tools für Ihre HR-Praxis geben.

 

3 Kommentare zu “Social Media in der Personalentwicklung: Konkrete Möglichkeiten

  1. Franz Allenspach

    Es gibt also doch noch Beiträge, die das Versprechen des Praxisbezuges einlösen: Sehr praxisorientierte und fundierte Zusammenstellung, vorbildlich kompakt auch. Gratulation, werde mehr als einen Punkt bei uns testen und intern zur Diskussion stellen. Melde mich mit Erfahrungen.

  2. Mitarbeiter können nicht verpflichtet werden, sich namentlich zu vernetzen. Ein Reglement mit Guidelines und eine redaktionelle Überwachung der Inhalte sind jederzeit möglich, Kommentare können gelöscht werden. Wie bei einer Mitarbeiterzeitschrift auch, ist es empfehlenswert, auch bei Social Media Content-Verantwortliche und einen Redaktionsplan zu bestimmen.

  3. Es würde mich interessieren, wie die Handhabung in der Praxis ist. Können Mitarbeiter verpflichtet werden, sich im Internet zu vernetzen? Wie trennt man private und geschäftliche Nutzung von Social Media als Netzwerkplattformen?
    Wie gewährleistet eine Firma, dass in Blogs nicht falsche Informationen hinausgetragen werden, die vielleicht sogar imageschädigend sind?

    Monika Walther

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