KI Schulung wird immer wichtiger und dringender. Doch wie vorgehen, welche Schwerpunkte setzen und welche Lernformate verwenden? Die kluge Antwort lautet bei immer mehr HR-Abteilungen und Unternehmen: Learning by Doing.
Statt stundenlanger Theorieeinheiten gewinnen Mitarbeitende durch aktives Experimentieren mit KI-Werkzeugen schnell Sicherheit und Verständnis. Dieser Beitrag beleuchtet, warum praxisorientiertes Lernen gerade im dynamischen KI-Umfeld so wirksam und empfehlenswert ist.
Warum „Learning by Doing“ bei KI besonders gut funktioniert
KI ist kein statisches Wissensgebiet, sondern ein sich rasant wandelndes Technologiefeld. In dieser Umgebung erweist sich „Learning by Doing“ als besonders effizient: Mitarbeitende lernen nicht nur über KI, sondern mit KI – direkt am Arbeitsplatz, die auch Sicherheit geben. Während traditionelle Schulungen oft auf abstrakte Szenarien setzen, ermöglicht der praxisnahe Umgang mit aktuellen Tools unmittelbare Erfolgserlebnisse. Ein Recruiter etwa kann innerhalb weniger Minuten mit einem KI-System erste Stellenausschreibungen optimieren oder Bewerberprofilanalysen automatisieren. Diese direkte Rückkopplung verstärkt das Lerngedächtnis und motiviert zur weiteren Auseinandersetzung mit der Materie.
Durch das Lernprinzip „Learning by Doing“ werden Flexibilität, Motivation und innovatives Denken und Handeln gefördert, was vor allem bei der KI-Thematik von grosser Bedeutung ist. Dabei werden auch viele wichtige Facetten der menschlichen Wahrnehmung einbezogen: Denken und Handeln und körperliche und emotionale Erfahrungen. Ein Spezialfall sind Managementteams; ein Hauptziel ist hier, dass die Team-Mitglieder die Doppelrolle (Unternehmensführung und Linienverantwortung) kennen und damit umgehen lernen.
Die Rolle informeller Wissensnetzwerke
Insgesamt dominiert also „Learning by Doing“. Viele Unternehmen integrieren bereits KI-Werkzeuge und setzen neben internen Schulungen auf selbstgesteuertes Lernen. Das hat einen grossen Vorteil: Während formale Schulungen Zeit und Planung erfordern, lassen sich bei der direkten Arbeit mit den Tools schnell erste Erfolge erkennen. Umso auffälliger ist jedoch, dass strukturierter Wissenstransfer zwischen Mitarbeitern bisher eine untergeordnete Rolle spielt.
Communities of Practice – ideale Multiplikatoren für KI-Kompetenzen
Dabei sind Communities of Practice – also informelle Lerngruppen – ideale Multiplikatoren für KI-Kompetenzen. Wenn eine Kollegin aus dem Recruitingteam ihre Erfahrungen mit Prompt-Engineering teilt oder ein HR-Business-Partner Tipps zur Bias-Erkennung (Verzerrung oder Voreingenommenheit in KI-generierten Texten) gibt, entsteht praktisch nutzbarer Mehrwert und Erfahrungsaustausch. Solche Austauschformate lassen sich gezielt fördern – etwa durch interne „KI-Lunch-and-Learns“, digitale Wissensplattformen oder Mentoring-Programme. Auch Erfahrungsberichte sind ein guter Weg mit starkem Praxisbezug und hoher Akzeptanz.
Praxisnahe KI-Schulung im HR-Umfeld: Konkrete Ansatzpunkte
Für HR-Profis bietet sich eine Fülle an Anwendungsfeldern an, um Learning by Doing umzusetzen. Denkbar sind beispielsweise Workshops, in denen Teilnehmende mit echten Recruiting-Daten KI-gestützte Shortlists erstellen – unter Anleitung, aber mit echtem Handlungsspielraum. Oder es werden Szenarien simuliert, bei denen KI bei der Erstellung von Onboarding-Plänen oder der Analyse von Mitarbeiterfeedback helfen soll.
Chancen, Risiken und der Blick auf die Zukunft
Angesichts des rasanten technologischen Wandels in der KI-Landschaft hat „Learning by Doing“ noch einen anderen Vorteil: Die Mitarbeiter bekommen die Möglichkeit, direkt in neue Entwicklungen einzutauchen und quasi „live“ mitzulernen. Ändern sich die technologischen Möglichkeiten und die Qualität der Sprachmodelle, kann die Belegschaft direkt damit experimentieren – in einem sicheren, strukturierten Rahmen.
Fazit: KI-Kompetenz entsteht im Tun – und nicht im Vakuum
Learning by Doing ist kein Ersatz für fundierte KI-Bildung, sondern deren lebendiger Kern. Um KI-Kompetenzen dauerhaft im Unternehmen zu verankern, sollten das HR und Führungskräfte praxisnahe Lernformate gezielt fördern – und gleichzeitig informelle Wissensnetzwerke stärken. Wer jetzt systematisch und gezielt in experimentelles Lernen investiert, wird morgen handlungsfähig sein.

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