HR-Know-how Human Resource Management

HR Konzepte: 12 wichtige Anforderungen und Tipps

Beispielkonzept

HR Konzepte sind vor allem im Human Resource Management anspruchsvoll und stellen hohe Anforderungen. Es sind oft viele Bereiche, Zielgruppen und Interessen betroffen und zu berücksichtigen. Dieser Beitrag zeigt, was ein gutes und professionelles HR Konzept ausmacht.

1.      Klare und nachvollziehbare Struktur

Dies ist essenziell und verrät die Professionalität eines Konzeptes. Ausgangslage, Zielsetzungen, Strategie, Massnahmen, Termine, Kosten und Erfolgskontrolle entsprechen vielfach einer solchen Struktur. Weitergehende Punkte nachfolgend. Vor Konzeptbeginn ist eine Grobgliederung mit der Kennzeichnung von Schwerpunkten empfehlenswert.

2.     Ziele und Aufgaben für HR Konzepte

Soll es ein neues Recruiting-System vorstellen oder erklären? Oder die Gründe und Argumente für ein neues Performance Management näherbringen? Oder die Vorgehensweise und Ziele des Employer Branding aufzeigen?

3.     Wer ist die Zielgruppe von HR Konzepten

An wen wendet sich das Konzept? An die Geschäftsleitung, die Führungskräfte oder Mitarbeitende? Oder an externe Berater? Die Zielgruppe entscheidet über Wording und Argumentation, Detaillierungsgrad und Schwerpunkte und ist daher ebenso wichtig wie Klarheit zu Ziel und Aufgaben.

4.    Fokus auf das Wesentliche

Sich in Details verlieren ist bei Konzepten beinahe eine Todsünde. Sie müssen das für die Strategie und die Ziele Wesentliche und Relevante enthalten. Also nicht Kommunikationsbeispiele für das Employer Branding, sondern seine internen und externen Zielgruppen oder Alleinstellungsmerkmale.

5.     Auf Umsetzbarkeit achten

Mit einem Konzept will man oft etwas erreichen, umsetzen oder zumindest zum Handeln motivieren. Daher ist der Praxisbezug und das für die Umsetzung Relevante entscheidend und keine theoretischen Überlegungen oder Spekulationen.

6.    Qualitative und quantitative Ziele

Ziele haben oft qualitative und quantitative Aspekte. Werden je nach Möglichkeiten beide genannt, sind sie ganzheitlich und konkreter. Auch die SMART-Regel kann wichtig sein (Spezifisch-Messbar-Akzeptiert-Realistisch- Terminierbar).

7.     Strategien und Ziele begründen

Konzepte sollten nachvollziehbar und verständlich sein. Daher sollten Strategien und Ziele kurz und prägnant begründet werden. Weshalb will man auf ein neues Learning Managementsystem setzen oder das Online-HR-Marketing präferieren?

8.    Ausgangslage beschreiben

Dies ist oft eine Situationsbeschreibung und Ist-Analyse. Dies kann in Form einer IST-SOLL-Analyse oder einer kurzen SWOT-Analyse sein und auch den Zweck und Grund eines Konzeptes nennen.

9.    Massnahmen von Zielen ableiten

Massnahmen müssen sich logisch von Zielen und Strategien ableiten und kurz und prägnant auch hier das Wesentliche fokussieren. Hier können die berühmten 7 W’s helfen (Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Wozu?). Auch Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung können je nach Detaillierungsgrad hinzukommen.

10. Taktisches und Strategisches unterscheiden

Das Strategische nennt das Was, das Taktische das Wie. Dies sollte in einem Konzept ebenso auseinander gehalten werden. Es ist ein strategisches Ziel, die Digitalisierung voranzutreiben, aber eine Taktik, dies in welchen Bereichen tun zu wollen.

11. Erfolgskontrolle nicht vergessen

Ein wesentlicher Teil, der nicht fehlen darf. Ziele und Massnahmen müssen kontrolliert werden. Wie viel tiefer soll die Fluktuationsquote in einem Jahr sein oder wie gross die Recruiting-Kosteneinsparungen? Wer kontrolliert das wie?

12. Ressourcen und Budgets

Jedes Projekt, jede Massnahme und jede Innovation kostet Geld und beansprucht Manpower. Daher ist ein Grobbudget ein Muss, Zeitaufwendungen und Manpower-Bedarf zumindest in Grobbereichen auch empfehlenswert. In einem weiteren Sinn sind auch benötigte Kompetenzen und Skills, Ressourcen, die genannt werden können.

13. Facts & Figures

Alles was mit Fakten und Zahlen untermauert, belegt und nachgewiesen werden kann, überzeugt, begründet und belegte Situationen und Notwendigkeiten. Deshalb sind Fakten und Zahlen wo messbar, oft auch in Form von Kennzahlen, in einem Konzept stets angebracht. Dieses Musterkonzept zur Personalentwicklung ist dafür ein gutes Beispiel.

Abschluss-Check für HR Konzept

Mit dieser Checkliste, die zugleich Ideen und Anregungen für interessante Konzepte gibt, können Sie eine Art Abschlussredaktion vornehmen und prüfen, ob die wichtigsten Regeln und Qualitätskriterien eingehalten werden.

  • Sind die Aussagen klar (eine Aussage je Satz)?
  • Werden anschauliche Begriffe verwendet?
  • Werden aussagekräftige Begriffe verwendet?
  • Nur wenig Fremdwörter, Fachtermini u. Abkürzungen
  • Lockern Fragen auf und wecken Neugierde?
  • Wird ein Lead bzw. eine Einleitung für Ihre HR Konzepte verwendet?
  • Werden Beispiele aus dem Lesehorizont genannt?
  • Gibt es vereinfachende Zusammenfassungen?
  • Wird in der Sprache des Lesers geschrieben?
  • Vorbildung/Wissensstand/Lesekompetenz
  • Sind die Empfänger vom Thema betroffen?
  • Einhaltung Kompaktheit, Faustregel: 8-18 Worte je Satz
  • Keine Schachtelsätze und Wortungetüme
  • Konzentration auf Wesentliches und Relevantes
  • Wird das Informationsziel eingehalten?
  • Werden ausdrucksstarke Verben verwendet?
  • Werden mehrheitlich aktive Verben verwendet?
  • Werden die Leser einbezogen (Involvement)?
  • Passive Formulierungen/Substantivierungen vermeiden
  • Wird präzise, konkret und genau formuliert?
  • Wird Wichtiges von weniger Wichtigem getrennt?
  • Ist der Aufbau sachlogisch und folgerichtig?
  • Sind Textteile geordnet und strukturiert?
  • Wird das Wichtigste zuweilen optisch hervorgehoben?
  • Werden Kernbotschaften grafisch hervorgehoben?
  • Sorgen informative Überschriften für Übersicht?
  • Werden Visualisierungen eingesetzt?
  • Verwendung von Tabellen und Checklisten
  • Infografik als visualisierte Zusammenfassung?
  • Bestehen Infoboxen für Kernaussagen?
  • Sind Aussagen, wo notwendig bewiesen bzw. belegt?
  • Wurde das Konzept auf Verständlichkeit geprüft?
  • Auf Einhaltung des Informationsziels prüfen
  • Ist der Umfang dem Thema angemessen?

Fragen an Probeleser für HR Konzepte

Diese Fragen helfen, nützliches Feedback zu erhalten und Konzepte zu verbessern oder kritisch zu überprüfen.

– Beschreiben Sie mir bitte das HR Konzept in drei bis vier Sätzen
– Was überzeugte Sie am meisten?
– Was überzeugte Sie am wenigsten?
– Welche Teile sollte ich überarbeiten?
– Was ist die Kernaussage?
– Welche “Schulnote” würden Sie dem Konzept geben?
– Werden die Ziele A, B und C erreicht?
– Ist es verständlich?
– Ist die Struktur, bzw. der Aufbau gut gewählt?
– Sind neue oder zumindest interessante Gedanken dabei?
– Meinen Sie, es kommt bei der Zielgruppe A an?
– Gibt es etwas, worauf ich genauer eingehen sollte?


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HR Konzepte

 

Der PRAXIUM Verlag ist der Fachverlag zum Personalmanagement und hrmbooks.ch die HR-Online-Fachbuchhandlung mit einem redaktionell recherchierten und praxisorientierten Fachinformations-Angebot. Einige Blog-Beiträge sind auch Auszüge daraus oder Beiträge seiner Autoren.

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