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HR Online Recherchen: 21 Proftipps für beste Resultate

HR Online Recherchen

HR Online Recherchen machen HR-Professionals oft, sie recherchieren im Internet von Studien  und Backgroundcheks bis zu HR-Trends. Doch gute Recherchen sind zeitraubend und die Treffer sind qualitativ mangelhaft oder irrelevant. Nur schon einige wenige Rechercheregeln und Suchstrategien verbessern die Trefferqualität jedoch erheblich.

Ob Sie mit einer Suchmaschine möglichst schnell die gewünschten Informationen finden, hängt oft ganz entscheidend davon ab, wie geeignet die von Ihnen eingegebenen Stichwörter sind. Hier lohnt es sich, bei wichtigen Recherchen einige Grundüberlegungen anzustellen, bevor man Suchmaschinen blindlings mit einigen zufällig gewählten Stichwörtern auf die Suche schickt und von Zehntausenden von nutzlosen Treffern «erschlagen» wird. Dabei können folgende Fragestellungen hilfreich sein:

1.   Die Wahl und Gewichtung der Suchbegriffe

Die Sprache, die Art, Aufbereitung und Form der Information, das Niveau, die Anzahl, die Kombination und die Systematik von Suchbegriffen ist sehr entscheidend für die Qualität, Auswahl und Relevanz von Informationen. Wer nur mit Personalmanagement sucht, darf sich nicht wundern, mit Zehntausenden von ungenauen Webquellen überflutet zu werden. Wer hingegen die Begriffskombination “Personalentwicklung Trends Social Media” wählt, wird wohl sehr viel präziser bedient werden.

Worauf es bei HR Online Recherchen ankommt

1.  Was genau wollen Sie wissen?

Hier Klarheit zu bekommen, hilft viel Zeit sparen und präzisere Informationen zu bekommen. Beispiel: Bei der Suche nach Strategien der Personalgewinnung sollten Sie sich zuerst darüber im Klaren sein, ob Sie wissen möchten, ob dies den Onlinebereich betrifft oder ob es um die eher klassischen Methoden geht und ob es um Grundlageninformationen, Studien, Umfragen oder eher How-to-do-Hilfen geht, um nur einige Beispiele zu nennen. Es ist bei wichtigen Recherchen oft hilfreich, sich gründlich in den Themenkomplex, seine verschiedenen Facetten, den präzisen Informationsbedarf und die alternativen Sichtweisen einzufühlen und verschiedene Möglichkeiten und Herangehensweisen zu testen.

2.  Zu welchen Begriffen wünschen Sie Informationen?

Am besten, Sie notieren sich die Begriffe, mit denen Sie suchen wollen, und besuchen einige Websites zu verschiedenen HR-Fachgebieten in Katalogen oder Online-Fachmagazinen zum Thema. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kann auch ein Synonymwörterbuch weiterhelfen, welche es auch online, zum Beispiel hier gibt.

Zu Online-Stellenangeboten bestehen beispielsweise Synonyme wie Stellenbörse, Jobplattform, Online-Stellenangebote, Online-Stellenmarkt, Jobportale und mehr. Nutzt man alle diese und mehr Begriffe, erhöht sich die Anzahl der Treffermeldungen stets. Übrigens: Unter Mehr Optionen in der linken Spalte bietet auch Google für Synonyme die Funktion Verwandte Suchabfragen und Suche in Wörterbüchern.

4.  Welche Zusatzbegriffe verfeinern und präzisieren die Suche?

Thematisch kann dies eine Eingrenzung sein (also nicht nur Personalentwicklung, sondern die Personalentwicklung im E-Learning) oder aber auch die Quelle betreffen (Referat oder Meldungen einer aktuellen Konferenz zum Thema). Auch das Niveau oder die Qualität kann mit einem Zusatzbegriff beeinflusst werden (Expertenname, Fachbegriff, Fremdwort, Universitätsname usw.). Je nachdem hat natürlich auch die Sprache (englischer oder deutschsprachiger Begriff wie Job Description oder Stellenbeschreibung) einen erheblichen Einfluss auf die Informationsmenge oder –aktualität und natürlich auch die Herkunft.

5.  Vielfältige Einsatzmöglichkeiten von Suchmaschinen

Suchmaschinen gestatten wesentlich mehr und über die eigentliche Suche und Recherche hinausgehende Möglichkeiten, als man zuweilen denkt. So kann kurz auch die Schreibweise eines Begriffes während des Schreibens eines Berichtes geprüft werden, nach einem passenden Zitat gesucht werden, ein Tipp zur Nutzung von Word oder Excel, die Übersetzung eines Begriffes, das Buch- oder Seminarangebot zu einem bestimmten Thema oder nach einer Meinung der Fachpresse zu einem bestimmten Themas recherchiert werden. Google hat dafür auch die Rubrik News.

6.  Das Fachniveau eines Begriffes

Dies kann das Auffinden von qualitativ besseren Webseiten mit höherem Niveau stark beeinflussen und die Suche geschickt einschränken. Verwendet man z.B. wissenschaftliche, fachliche Begriffe oder Allerweltswörter aus der Umgangssprache? Beispiele solch unterschiedlicher Begriffsverwendungen sind: Recherche oder Suche, Fluktuation oder Kündigungsquote, Sozialkompetenzen oder Mitarbeitercharakter.

7.   Fachspezifische Begriffe

Um so fachorientierter ein Begriff ist, desto professioneller und fundierter sind im Allgemeinen auch die Informationen bzw. gefundenen Websites. Auch das Ausweiten auf Themennischen – oder sehr spezifische Begriffe kann neue Resultate bringen. Beispiel: Bei der Suche nach Informationen zum “Assessment Center” beispielsweise einen Unterbegriff wie “Postkorbübung”, “Case Study” oder “Stresstest” verwenden.

8.  Qualitativ gute Informationsquellen

Es gibt viele professionelle und renommierte Informationsquellen aus dem traditionellen bzw. nicht virtuellen Bereich, die qualitativ gute und redaktionell recherchierte Informationen bieten. Es sind dies je nach den gesuchten Informationen HR-Fachmagazine, Management-Fachzeitschriften, Institute, Universitäten, Verbände, Behörden, Gesetzessammlungen oder renommierte Experten mit eigenen Websites, um nur einige wichtige Beispiele zu nennen. Magazine und Fachzeitschriften sind eine Art von “Informationsmarken”, die in der Regel eben allein dadurch eine gute Qualität garantieren.

9.  Online-Informationsquellen

Die Internetquelle Wikipedia ist ein von den Usern geführtes Lexikonwerk mit grösstenteils hervorragender Qualität und aktuellen und fundierten Beiträgen und diversen Wissensportalen, wie zum Beispiel jenes zum Personalwesen. So vermittelt auch ein Dienst wie beispielsweise Businesswissen.de betriebswirtschaftliches Wissen und Managementtechniken und informiert in einem Magazin über Lösungen und Trends und den Managementbereich Human Resource Management.

10.   Social Media-Quellen

Aber auch andere Portale zu spezifischen Themen, Expertenportale mit aktuellen Beiträgen oder solche in Social Media Bereichen bieten interessante Informationen. Im Social Media Bereich sind beispielsweise gemeinsam mit anderen Nutzern geführte Bookmarkverzeichnisse oder Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn interessant und können neue Wissens- und Informationsquellen eröffnen oder das Finden von Experten und Fachcommunities und den Wissensaustausch generell ermöglichen. Ein weiterer Informationsdienst sind Folienpräsentationen wie jene bei Slideshare mit kompakten Beiträgen und Übersichten.

11.  Die Wichtigkeit der Keyword-Wahl für HR Online Recherchen

Die Verwendung der geeigneten Begriffe ist entscheidend.  Auch hier gibt es einige Möglichkeiten, Recherche-Resultate entscheidend zu verbessern. Die Wahl eines durch aktuelles Geschehen gerade viel diskutierten und medienpräsenten Themas oder verwandten Begriffes kann, nebst der Aktualität, die Resultate verbessern und vervielfachen, zum Beispiel: Automatisierung – Digitalisierung.

12.  Spezifische Recherche-Portale

Outbrain hilft, die interessantesten Inhalte im Netz zu finden. Social Bookmarks Unter Social Bookmarks versteht man das Speichern und Teilen seiner Favoriten auf einer Website. Tumblr ist eine Blogging-Plattform, mit der man die verschiedensten Content- und Medienformen wie Texte, Bilder, Zitate, Chatlogs, Links, Video- und Audiodateien in einem Blog veröffentlichen kann. Auch die guten alten Linklistings aus Yahoos Zeiten können, wenn gepflegt und sorgfältig kuriert, noch immer sehr hilfreich sein.

13. Welche Form von Informationen?

Sinnvoll ist oft die Kombination der Art von Informationen, die Sie wünschen (Checkliste, Referate, Definition, Tipps, Methoden, Best of Practice) und das Informationsgebiet (Personalgewinnung, Personalentwicklung, Arbeitsrecht, Talentmanagement usw. Damit erzielt man oft nicht nur genauere, sondern auch qualitativ bessere Ergebnisse. Suchbeispiele mit jeweils zwei Begriffen: “Checkliste Personalauswahl” oder “Referat E-Learning”.

14. Blogs und andere Internetformen

Google gestattet die Suche in Blogs (Blogs sind einfache Publikationstools für Beiträge und Artikel zu bestimmten Themen), welche oft eine recht hohe Informationsqualität aufweisen, auch zu HR-Themen, da sie oft von Fachleuten oder engagierten Interessenten geführt werden. Aber auch Formen wie Bilder, Videos, News und mehr eröffnen oft neue Informationen.

15.  Wahl des Dateiformates beeinflusst Qualität

Google gestattet unter der “erweiterten Suche” unter “Dateityp” auch die Einschränkung auf Dateiformate. Wählt man hier PDF-Formate, erscheinen beispielsweise oft Zeitschriftenartikel, Reports, Fachbeiträge und Ähnliches und bei der Wahl von Powerpoint-Folien Präsentationen, Studien, Fachreferate und andere qualitativ gute Informationen. Dies ist eine oft sehr ergiebige Art, auf neue und besonders gute Informationen zu stossen, die sonst nicht erschlossen werden könnten.

16. Suche nach Bildern und PDF’s

Auch HR Online Recherche über Bilder kann neue Quellen erschliessen, auch wenn nicht primär nach Bildern gesucht wird. Google bietet bei den Einstellungen die Suche nach Bildern. Eine sehr gute Bildersuche bietet auch bing. Und in der Eingabezeile kann man durch die Voranstellung von filetype:.pdf die Suche auf PDF-Dokumente einschränken oder in Verbund mit Postleitzahlen wie in HR-Messe 8050 sogar regionale Einschränken vornehmen.

17.  Newsdienst zum Suchthema

Sogenannte Google Alerts sind E-Mail-Benachrichtigungen über neueste relevante Google-Ergebnisse (z. B. Webseiten, Nachrichten) für definierte Suchanfragen, in einer Vorschau kann man dabei sehen, welche Art von Ergebnissen zu erwarten sind. Mit Google Alerts kann man beispielsweise die neuesten Nachrichten und Trends zum Human Resource Management oder zu Spezialgebieten des Personalwesens im Auge behalten, auf dem Laufenden bleiben oder sich bei einem Projekt auf dem neuesten Stand halten lassen.

18.  Nicht vergessen: Es gibt nicht nur Google

Google hat eine enorme Dominanz, weltweit laufen über 80 % der Suchanfragen in vielen Ländern über diese Suchmaschine. Doch bei wichtigen Themen ergibt die Nutzung anderer Suchdienste wie Link- und Fachkataloge oder andere Suchmaschinen oft eine grössere Auswahl an Informationen (www.bing.ch, www.search.ch, www.bluewin.ch oder www.web.de) Die Integration anderer Suchdienste ist bei ausgedehnteren oder sehr wichtigen Recherchen oft lohnenswert. Auch die Schweizer Metasuchmaschine ist etools.

19. Qualitätssteigerung der Suchmeldungen

Es gibt weitere mehrere relativ einfache und wirksame Methoden, um die Qualität von Treffermeldungen zu erhöhen. Hier einige in Kürze:

  • Das Datum bei der Suche einschränken, z.B. auf ein halbes Jahr oder drei Monate zurück.
  • Bei Google kann der Zeitraum definiert werden, was besonders bei aktuellen Informationen wichtig ist.
  • Linksammlungen von Zeitschriften, Verbänden, Hochschulen oder Fachleuten bieten oft eine hohe und zuverlässige Qualität der Informationen, da sie von Fachleuten und renommierten Instituten recherchiert werden.
  • Vor allem renommierte HR-Magazine haben Archive, die redaktionell betreut werden
  • Verwenden Sie fachlich präzisere, anspruchsvollere Begriffe, die automatisch oft auch zu weniger, aber besseren Webseiten führen Internetguides oder HR-Verbände und –magazine rezensieren jeden Monat oft auserlesene und gute Webseiten
  • Linkverzeichnisse schon bekannter und guter Webseiten Ihrer Bookmarks durchforsten
  • Nutzung erweiterter Suchen oder sogenannter Profisuchen mit mehr Filtermöglichkeiten

20. Kriterien zur Qualitätskontrolle von Websites

Je nach der Information, die Sie suchen, kann die Gewissheit, ob es sich bei HR Online Recherchen bei der gefundenen Webseite um zuverlässige und vertrauenswürdige Informationen handelt, sehr wichtig sein. Mit 100%iger Sicherheit lässt sich dies selten eruieren, aber es gibt einige Dinge, auf die man achten kann oder die mindestens Hinweise geben:

  • Steht hinter der Webseite eine vertrauenswürdige Quelle oder bekannte Fachperson?
  • Sind Struktur, Aufbau und Anmutung der Webseite professionell?
  • Wann wurde die Webseite das letzte Mal aktualisiert?
  • Ist ein Name, eine Firma oder ein Impressum auf der Webseite enthalten?
  • Gibt sich ein Webmaster resp. Betreuer der Website zu erkennen?
  • Kann dieser per E-Mail kontaktiert werden und erhält man Antworten?
  • Sind einzelne, wichtige Teile der Informationen verifizierbar?
  • Seien Sie sich aber bewusst, dass es hervorragende Webseiten von Privatpersonen oder kleinen Verbänden gibt, die sorgfältig recherchierte Informationen bieten, besonders in Blogs.

21.  Arbeitsrechtliche HR Online Recherchen

Bei HR Online Recherchen rund um das Arbeitsrecht ist besondere Vorsicht geboten, ob Informationen aktuell und korrekt sind. Als Grundlagenrecherche oder ersten Überblick kann sich das Internet aber in diesem Bereich sehr wohl eignen. Nachfolgend einige konkrete Hilfestellungen und Begriffskombinationen für die Suchmaschinensuche, um schneller genaue und erwünschte Resultate erzielen zu können:

  • Bei Suche immer mehrere Begriffe verwenden
  • Auf Aktualität und Quelle/Verantwortlichen der Informationen achten
  • Immer prüfen, wie vertrauenswürdig und kompetent der Verfasser ist
  • Bei wichtigem Thema mehrere Quellen vergleichen (Juristen-, Verbands Behördeninformationen sind i.a. vertrauenswürdig)
  • Synonyme, unterschiedliche Begriffe verwenden (Lohn, Gehalt und Salär)
  • Fachdirectories und Linkverzeichnisse können viel Suchzeit ersparen
  • Fachzeitschriften und Zeitungsarchive sind in der Regel vertrauenswürdige Quellen
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