Human Resource Management Personalentwicklung

HR-Trends 2021: Agiles Arbeiten und neue Denkansätze

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt gehörig auf den Kopf gestellt. Homeoffice, Kurzarbeit und sich ständig ändernde Corona-Regelungen fordern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein Maximum an Flexibilität. Doch was bedeutet dies für das HR und welche Trends lassen sich daraus ableiten?

Autor:
Elton Schwerzel, Geschäftsführer DACH bei Talentsoft

Innovative Technologien am Arbeitsplatz

Mitarbeiterführung kann zu einer echten Herausforderung werden, wenn diese nur begrenzt greifbar sind, da sie aufgrund der aktuellen Situation im Homeoffice arbeiten oder generell als externe Mitarbeiter nur selten vor Ort sind. Um diese virtuellen Teams richtig zu steuern und die Arbeit so effizient wie möglich zu gestalten, sollten Führungskräfte verschiedene Faktoren berücksichtigen. Dazu zählen neben problemlos funktionierender Technik, Software und Kommunikationstools sowie dem regelmässigen Austausch im Team auch Technologien, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Hier profitieren Personalverantwortliche und Mitarbeiter gleichermassen, denn die Einsatzmöglichkeiten sind dank Virtual und Augmented Reality sowie immersive E-Learning und Teambuilding vielfältig.

Agiles und flexibles Arbeiten

Die Corona-Pandemie hat Unternehmen umdenken lassen und den Fokus auf neue Aspekte gelegt: Was denken und fühlen Manager, Teams und Mitarbeiter? Welche Probleme hatten die Mitarbeiter bei der Umstellung auf die virtuelle Arbeit? Wo scheitert die Kommunikation am häufigsten? Das zieht zwangsläufig eine neue Arbeitseinstellung unter dem Motto „Man lernt nie aus“ nach sich. Es geht darum, in Zukunft agil und flexibel zu agieren, um Prozesse neu zu gestalten, die das Unternehmen voranbringen oder diejenigen abzuschaffen, die aufgrund der aktuellen Lage nicht mehr tragbar sind.

Für Mitarbeiter sind an dieser Stelle Weiterbildungen und Schulungen sowie passende Ressourcen essenziell, um in der sich stetig verändernden Arbeitswelt zu bestehen. Dazu kommt der Aufbau von Soft Skills, um eine harmonische Zusammenarbeit virtueller Teams zu gewährleisten. Für Personalverantwortliche bedeutet das unter anderem auch, verstärkt an ihren Führungsqualitäten arbeiten, um Mitarbeiter bei der Anpassung an ihr neues Arbeitsumfeld zu begleiten.

Selbst- und Neuro-Management

2020 mussten Manager ihren Führungsstil und ihre Methoden entsprechend anpassen und neu ausrichten. Ein autoritärer Führungsstil und das Prinzip „Tun Sie das, weil ich es Ihnen sage“ wird von Mitarbeitern kaum noch akzeptiert. Das ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass diese aufgrund der aktuellen Situation zusätzlich mit neuem Stress und Druck konfrontiert wurden. Im Zuge dessen rücken Selbst- und Neuro-Management mehr und mehr in den Vordergrund. So veröffentlichte das Weltwirtschaftsforum einen Artikel über die zehn wichtigsten Mitarbeiterkompetenzen für die kommenden vier Jahre. Zum ersten Mal standen auf dieser Liste Selbstmanagement-Kompetenzen wie aktives Lernen, Belastbarkeit, Stresstoleranz und Flexibilität.

Das Thema emotionale Intelligenz wird durch Neuro-Management wieder in den Mittelpunkt gerückt. Dieser Ansatz ist von der Hirnforschung inspiriert und besagt, dass basierend auf der Erkenntnis, dass Menschen keine denkenden Maschinen mit Gefühlen, sondern emotionale Maschinen mit Gedanken sind, Führungskräfte nach der emotionalen Motivation hinter den Handlungen ihrer Mitarbeiter suchen sollten.

Diversity und Integration

Diversity Management ist nicht nur gut für das Image eines Unternehmens, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter und stärkt ihre Produktivität und Arbeitsmoral.

Denn: Indem Unternehmen Teams aus Angestellten und Freiberuflern verschiedener Altersgruppen, Geschlechter, ethnischer Zugehörigkeiten, Bildungsniveaus und Religionen bilden, profitieren sie nicht nur von vielfältigen Ideen und neuen Sichtweisen, sondern fördern zudem Respekt, gegenseitiges Verständnis und Toleranz. Integration ist dabei entscheidend und bedeutet vor allem, Unterschiede willkommen zu heissen, anstatt nur in Quoten zu denken. Erst auf diese Weise entstehen wertvolle Impulse, Synergien und Innovationen.

Authentizität trifft auf Teamgeist

Mitarbeiter erwarten heute absolute Transparenz und Ehrlichkeit von ihren Vorgesetzten. Das heisst für Personalverantwortliche, ihr Pokerface abzulegen, sich auf positive Weise verletzlich zu zeigen und die Mitarbeiter kennenzulernen. Indem sie zeigen, dass jeder im Unternehmen offen und ehrlich seine Gedanken und Gefühle mitteilen kann, liefern sie nicht nur ein positives Beispiel für Mitarbeiter, sondern ermutigen sie auch, Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Gerade aktuell ist dieser Teamgeist wichtiger denn je, schliesslich geht jeder mit der Pandemie und den damit verbundenen Herausforderungen anders um. Manche Mitarbeiter fühlen sich in ihrer täglichen Arbeit stark eingeschränkt oder im Homeoffice allein gelassen. Deshalb ist es hier Aufgabe, der Personalverantwortlichen, genau hinzuhören und Warnsignale frühzeitig zu erkennen. Dementsprechend bedeutet in der Unternehmenskultur und der Mitarbeiterführung Authentizität, auf die Stimme der Mitarbeiter zu hören.

2020 war das Jahr der Veränderungen und hat dazu beigetragen, Flexibilität, Geduld und Widerstandskraft zu fördern. Unternehmen, die diese Eigenschaften auch 2021 in das Zentrum ihres Handelns stellen, sind damit für ein erfolgreiches Jahr gewappnet.

Elton Schwerzel, der Autor dieses Beitrages, ist Managing Director DACH und verantwortet die strategische Entwicklung innovativer Software-Lösungen. Kontakt: LinkedIn und Xing.

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