Mitarbeiterbeurteilung

Zielvereinbarungen und Bilanzgespräche

Bei Zielvereinbarungen sind Bilanzgespräche empfehlenswert. Sie sind keine formelle Leistungsbeurteilung und es wird dabei auch keine Bewertung vorgenommen. In diesen Gesprächen wird eine Zwischenbilanz der vereinbarten Ziele gezogen.

Es geht im Kern darum, den

· Zielstand von vereinbarten Zielen zu betrachten
· Abweichungen und die Gründe zu eruieren
· Allfällige Massnahmen zu besprechen und ergreifen
· Allenfalls Ziele neuen Gegebenheiten anzupassen

Solche Bilanzgespräche sollten jeweils nur etwa eine Stunde dauern und vierteljährlich stattfinden. Man kann diese unstrukturiert, d.h. in einem freien ungezwungenen Gespräch mit drei bis vier Zielbereichen führen oder strukturiert beispielsweise nach den oben aufgezeichneten Phasen. Wichtig ist dabei im Sinne des Coaching, dass der Mitarbeiter aus eigener Sicht, mit eigenen Analysen und Vorschlägen aktiv ist. Nebst der Zielerreichungskontrolle geht es auch darum, das Zielbewusstsein der Mitarbeitenden zu stärken und allfällige darüber hinaus gehende Probleme frühzeitig genug zu erkennen.

Fokus auf Problemlösung richten

Aktives Zuhören, regelmässiges Feedback, etwa um Gründe für nicht erreichte Ziele hinterfragen und genauer abklären zu können und Zusammenfassungen, ob Beurteilungen des Mitarbeiters richtig verstanden wurden, sind einige konkrete coachinggerechte Verhaltensweisen. Oft besteht die Gefahr, dass zu sehr die erschwerenden Umstände oder negativen Faktoren besprochen werden, weshalb ein Ziel nicht erreicht werden konnte. Die Hauptaufgabe des Coaches liegt jedoch gerade bei diesem Punkt darin, den Hauptfokus auf Problemlösungen zu richten und den Mitarbeiter Lösungswege und Optionen finden zu lassen. Fragen und konkrete Möglichkeiten, dies zu erreichen, sind:

· Mit welchen Massnahmen könnten Sie diese Probleme beheben?
· Wie und wo kann ich Ihnen dabei behilflich sein?
· Ich sehe hier eine Chance, das Ziel dennoch zu erreichen
· Was halten Sie davon, Mittel A statt Mittel B einzusetzen?

Vorteile von Bilanzgesprächen

Wie bei Zielvereinbarungen ist es auch hier wichtig, Probleme, Gründe für Nichterreichungen, Massnahmen und allfällige Anpassungen gemeinsam mit dem Mitarbeiter zu vereinbaren und ihn wenn immer möglich aktiv und eigenverantwortlich zu Problemlösungen anzuhalten. Diese Bilanzgespräche sind aber auch eine sehr gute Gelegenheit, Leistungen anzuerkennen, positives Feedback auf Fortschritte zu geben und Mitarbeiter konkret zu fördern.

Diese Gespräche stärken zudem wesentlich auch das Verantwortungsbewusstsein von Mitarbeitern für die Erreichung von Zielen und das Offenlegen von Gründen, weshalb dies eventuell nicht möglich ist. Damit wird der Mitarbeiter noch stärker am Leistungsprozess beteiligt und erkennt seine Chancen zur Mitgestaltung und Einflussnahme noch klarer. Dies erhöht mittel- und langfristig die Motivation und das Selbstvertrauen entscheidend. Und es entspricht genau dem Wesen des Coachings, das Verantwortungsbewusstein und die aktive Einflussnahme und Mitgestaltung von Mitarbeitern an deren Leistungserbringung konsequent zu fördern.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Ängste und böse Überraschungen bei jährlichen Qualifikationen so abgebaut oder vermieden werden können. So können dann oft vierteljährliche Bilanzgespräche weitgehend zusammengefasst werden, und die Qualifikation steht in grossen Teilen bereits und erstreckt sich auch konsequenter auf ein ganzes Jahr. Zielanpassungen und Massnahmen sollten auch bei der schriftlichen Verfassung vom Mitarbeiter selber vorgenommen werden.


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