Human Resource Management

Boreout: Langeweile im Job kann gefährliche Folgen haben

Von einem Burnout hat jeder schon einmal gehört. Zu viel Druck, zu viel Stress und eine zu hohe Arbeitsbelastung können dazu führen, dass nichts mehr geht und Arbeitnehmer oder Selbstständige für mehrere Wochen oder sogar Monate ausfallen.

Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein und das sogenannte Boreout sollte unter keinen Umständen unterschätzt werden. Auch wenn es zunächst vielleicht reizvoll klingt wenig Stress zu haben, nicht so viel zu tun zu haben und nicht immer der Letzte zu sein, der zum Feierabend das Büro verlässt: Langeweile kann krank machen.

Bildquelle: Bigstockfoto

Wie entsteht das Boreout-Syndrom?
Ein Boreout entsteht häufig dann, wenn Arbeitnehmer in einem Unternehmen auf eine andere Stelle versetzt werden auf der es wenig zu tun gibt oder wenn ihnen vorher dagewesene Verantwortung entzogen wird. Auch wenn ihre Arbeit nach und nach von Computern übernommen wird und sie eigentlich nichts mehr zu tun haben oder wenn ihnen falsche oder generell zu wenige Aufgaben überlassen werden kann ein Boreout drohen. Eine schlechte Auftragslage oder die Zusammenlegung von Unternehmen oder Abteilungen, bei der Aufgaben wegfallen sind weitere Auslöser.

Wen trifft das Boreout-Syndrom?
Besonders häufig von einem Boreout betroffen sind Beamte und Menschen in Büro- und Finanzjobs. In handwerklichen Jobs zum Beispiel fällt es sofort auf wenn jemand nicht arbeitet, am Schreibtisch ist dies nicht immer unbedingt ersichtlich. Hier ist es möglich den ganzen Tag auf dem PC-Bildschirm herumzuklicken und zum Beispiel privat zu surfen, ohne auch nur eine Sekunde zu arbeiten.

Grundsätzlich kann laut dem HR-Leiter von onlinecasinosschweiz.com aber jeder vom Boreout betroffen sein, wenn er sich in dem was er tut unterfordert und gelangweilt fühlt und in seiner Position nicht mehr wertgeschätzt wird. Fehlende Anerkennung können ebenso wie mangelnde Aufgaben zu einem Boreout führen.

Langeweile in der Leistungsgesellschaft? Geht nicht…
Viele Menschen fühlen sich erst einmal unsicher mit der Situation kaum etwas zu tun zu haben. Sie gehen jeden Morgen mit einem schlechten Gefühl ins Büro, da sie wissen, dass ihre Arbeit für den Tag in wahrscheinlich höchstens einer Stunde erledigt ist. Trotzdem müssen sie aber acht Stunden an ihrem Schreibtisch absitzen, um ihren Vertrag zu erfüllen.

Boreout-Betroffene trauen sich nicht ihren Chef darauf anzusprechen, aus Sorge, dass ihre Stelle dann vielleicht gestrichen wird. Auch fühlen sie sich in einem Umfeld und einer Gesellschaft, in der es um Leistungen geht, unwohl über Langeweile zu sprechen. Zuzugeben, dass man unter Unterforderung leidet macht deutlich, dass man schon zu lange nichts gesagt hat und seit zu langer Zeit im Büro sitzt ohne zu arbeiten. Dies kann den Mitarbeiter in ein schlechtes Licht rücken.

Die Folgen sind fatal: Viele ziehen kleinste Aufgaben in die Länge, tun vor Kollegen möglichst beschäftigt, klagen über eine hohe Arbeitsbelastung oder machen sogar Überstunden, um nicht aufzufallen. Dies verursacht Stress, unter dem die Betroffenen leiden.

Bildquelle: Bigstockfoto

Diese Symptome kann ein Boreout haben
Dieses Verhalten und das Gefühl von Unterforderung und mangelnder Bedeutsamkeit ihrer Person oder ihrer Tätigkeit können zu folgenden Symptomen führen:

  • Müdigkeit
  • Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit
  • Gereiztheit
  • Chronische Rückenschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt
  • Depressionen

Besonders depressive Verstimmungen sind eine häufige Folge eines Boreouts und für die Betroffenen ist es schwer aus dem einmal geschaffenen Teufelskreis wieder herauszukommen. Häufig sind gerade die Mitarbeiter betroffen, die eigentlich über eine hohe Arbeitsmotivation verfügen und gerne im Job etwas bewegen wollen würden. Wenn sie dann chronisch unterfordert sind, leiden sie besonders stark unter der Situation.

Ein sicherer Job mit gutem Gehalt kann das Problem verstärken
Auch Personen, die eine große Sicherheit durch ihren Job genießen, können von Boreout betroffen sein. Sie bekommen ein gutes Gehalt, werden von ihren Kollegen gemocht und haben genügend Freizeit. Wenn diese Menschen nun über lange Zeit nichts zu tun haben oder sich unterfordert fühlen, wächst ihr Unwohlsein.

Zu groß wäre das Risiko eines neuen Jobs, zu groß wäre die Angst nicht bestehen zu können und zu groß ist die Sorge, die bestehende Sicherheit und das gute Gehalt oder Arbeitsumfeld aufzugeben. Der psychische Druck ist enorm und die Betroffenen entwickeln häufig nicht nur Depressionen, sondern auch psychosomatische Symptome.

Akzeptanz schaffen ist wichtig
Ein großes Problem mit dem Thema Boreout ist, dass es nicht immer auf Akzeptanz stößt. Besonders gestresste und vielbeschäftige Mitarbeiter lächeln über Kollegen, die wenig zu tun haben oder beneiden sie vielleicht sogar. Dabei ist es umso wichtiger Unterforderung ernst zu nehmen und das Problem in der Abteilung anzugehen. Nicht wenige Boreout-Betroffene landen irgendwann bei Psychologen. Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen sind vor allem Führungskräfte und Abteilungsleiter gefragt, die Aufgaben sinnvoll verteilen und Prozesse regelmäßig begleiten und überprüfen.


Dieser Beitrag könnte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen interessieren

Der PRAXIUM Verlag ist der Fachverlag zum Personalmanagement und hrmbooks.ch die HR-Online-Fachbuchhandlung mit einem redaktionell recherchierten und praxisorientierten Buch-Angebot. Einige Blog-Beiträge sind auch Auszüge aus den Büchern des PRAXIUM Verlages oder Beiträge seiner Autoren.

0 Kommentare zu “Boreout: Langeweile im Job kann gefährliche Folgen haben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.