Mitarbeitergespräche

Kommunikation heisst „teilhaben lassen“

Das Wort „Kommunikation“ meint in seiner ursprünglichen Bedeutung, dem lateinischen „Communicare“ wovon es sich ableitet: „gemeinschaftlich tun“, „teilen“, „teilhaben lassen“. Die Evolution verstärkt gehirnbiologisch den Faktor „Gemeinsam“ und stellt ihn über das Trennende, um so das Überleben der Menschheit zu sichern. Dies geschieht über zwei Mechanismen.

Durch die Spiegelneuronen, deren Funktion weiter oben bereits beschrieben wurde. Dieser Zellverband im Gehirn wirkt dem natürlichen Egoismus entgegen. Dank dieser Neuronen können wir uns in die Situation eines anderen Menschen einfühlen und ihn so besser verstehen – was den Faktor „Gemeinsam“ verstärkt.  Ohne diese Zellgruppe wäre die Menschheit bereits ausgestorben, da die Welt dann nur aus rücksichtslosen Egoisten bestünde, die sich schon längst die Köpfe eingeschlagen hätten.

Durch die Koppelung der Sprache mit der Ausschüttung von Wohlfühlhormonen, wie beispielsweise Dopamin, wenn Worte Menschen verbinden oder näherbringen. Im gegenteiligen Fall werden im Gehirn Stresshormone freigesetzt, z.B. Cortisol. Durch diesen Mechanismus „belohnt“ das Gehirn die verbindenden Worte mit einem guten Gefühl und signalisiert damit: Das hast du gut gemacht! Trennende Worte, wie sie beispielsweise bei einem Streit fallen, „bestraft“ das Gehirn durch ein unangenehmes Gefühl. Damit signalisiert es: So kommst du nicht weiter!

Als Führungskraft den Gesprächsverlauf bestimmen

Ich nehme an, Sie haben in Ihrem Leben schon einmal ein etwas heftigeres Streitgespräch geführt. Wie haben Sie sich während dieser verbalen Auseinandersetzung gefühlt? Vermutlich nicht besonders gut. Denn das tun in solchen Situationen nur die Masochisten. Vielleicht kennen Sie auch das angenehme Gefühl das sich einstellt, wenn man einen Streit gütlich beendet und sich mit einem Menschen versöhnt. In beiden Fällen war die beschriebene Hormonausschüttung in Ihrem Gehirn die Ursache für das gute bzw. das schlechte Gefühl.

Ob Sie Ihr Gehirn bei Ihrer Kommunikation immer wieder mal mit einem kleinen Dopaminschub belohnt oder das Stresshormon Cortisol ausschüttet, liegt weitgehend in Ihrer Hand. Denn als Führungskraft können Sie die Richtung bestimmen, in die sich das Gespräch mit einem Mitarbeiter entwickelt – und somit auch seinen weitern Verlauf.

Es braucht keine besondere rhetorische Begabung, um dabei die richtigen Worte zu finden.  Eine positive Grundhaltung gegenüber dem Menschen der einem gegenübersitzt reicht dafür aus. Denn das Sprachzentrum wird von Ihrer Einstellung gegenüber diesem Menschen und Ihrer Meinung über ihn massgeblich gesteuert. Vom römischen Senator und Philosophen SENECA stammt der Satz „Wenn du anderen nützt, so nützt du dir selbst am meisten“. Ich wandle ihn ab und fasse damit diesen Gastbeitrag zusammen: Wenn deine Kommunikation anderen Menschen nützt, dann nützt du dir damit selbst am meisten.

Das Buch zum Thema

Hans Eicher
Die verblüffende Macht der Sprache
Springer Gabler Verlag
Umfang 348 Seiten
ISBN 3658085150

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