Mitarbeiterführung Mitarbeitergespräche

Feedbackregeln: 20 erfolgserprobte Beispiele guten Feedbacks

Mitarbeitergespräche

Das Feedback ist eine der wirksamsten und einfachsten Kommunikationstechniken, mit der man mit wenig viel bewirken kann – auch und vor allem bei Mitarbeitergesprächen. Was es zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Nur schon die zahlreichen Aspekte des Nutzens und der vielen positiven Wirkungen und Erreichung von wichtigen Kommunikationszielen von Feedbacks zeigt, wie wertvoll und hilfreich dieses Instrument ist. Feedback

klärt Aufgabenziele und deckt Missvertändnisse auf:
Wer am Ziel vorbei arbeitet oder dies aus den Augen verliert, benötigt Rückmeldungen, die ihn korrigieren.

steuert Verhalten:
Erwünschtes Verhalten wird durch Anerkennung verstärkt, unerwünschtes Verhalten bleibt nach negativer Rückmeldung aus.

verbessert Beziehungen:
Allein durch das Ansprechen von Missverständnissen, aber auch Beobachtungen lösen sich Probleme oder kommen sie zur Sprache.

fördert Verständnis:
Das Hineinversetzen in den anderen lässt einen mehr verstehen und schafft
eine Vertrauensbasis. Feedback leistet wertvolle Beiträge zur Empathie.

beschleunigt persönliche Lernprozesse:
Um zu erfahren, wo man steht, was man erreicht hat und wo man sich noch verbessern kann, hilft das Feedback entscheidend.

trägt zur Selbsteinschätzung bei:
Wer weiss, wie einen die anderen sehen, kann sich selbst viel besser
einschätzen und agiert mit mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein.

hebt die Motivation:
Anerkennung, die ehrlich und konkret ausgedrückt wird, signalisiert dem Mitarbeiter
Erfolg, Anerkennung und Vertrauen in seine Fähigkeiten und ermutigt ihn
zu weiteren Spitzenleistungen.

Definition und wichtige Feedbackregeln

Feedback bedeutet „Rückmeldung“. Es gibt u.a. Menschen die Möglichkeit, Selbst- und Fremdbild miteinander zu vergleichen und dadurch zu erfahren, wie sie mit ihrem Verhalten tatsächlich auf andere wirken. Feedback ist nur dann konstruktiv, wenn es hilfreich ist. Deshalb sollte es folgende Eigenschaften aufweisen:

a) beschreibend (nicht bewertend)
b) konkret (nicht verallgemeinernd)
c) realistisch (nicht utopisch)
d) unmittelbar (nicht verspätet)
e) erwünscht (nicht aufgedrängt)

Feedback muss deutlich und unmissverständlich sein

Feedback wie „diese Aufgaben können Sie zur Zeit noch nicht erfüllen“ oder „das könnte was sein, sperchen Sie mich nochmals darauf an“ lassen Mitarbeiter im Ungewissen und verunsichern mehr als sie helfen. Feedbacks müssen stest eine klare Aussage haben und die erkennbar und konkret sein. Wenig wirkungsvoll ist auch eine Mischung von Kritik, Schelte und Komplimenten, die stark verwirren oder gar joviale Plattitüden, die Mitarbeiter schnell erkennen und die dann mehr Schaden anrichten und kontraproduktiv sind.

Führungskräfte sollten im Idealfall vor allem wenn es um Feedback als Kritik geht a) konkret beschreiben, was nicht nicht gut war, b) weshalb dies unbefriedigend war und c) wie sich der Mitarbeiter in Zukunft richtig oder zumindest besser verhalten soll.

Gesprächstechnik für die Gesprächsführung

Nebst einer guten Fragestellung ist das Feedback-Geben auch ein zentral wichtiges Mittel. Setzen sie dieses Mittel immer wieder in Gesprächen, nach Beobachtungen, bei Zusammenfassungen und weiteren Gelegenheiten ein. Holen sie sich immer auch dann Feedback vom Gesprächspartner ein, um sicherzustellen, ob sie ihn richtig verstanden haben, er dies ebenfalls so beurteilt und für ihn Wichtiges nicht fehlt.

Feedback hat zum Ziel, dass sich die Beteiligten ihrer Verhaltensweisen bewusst werden, einschätzen lernen, wie ihr Verhalten und ihre Aussagen auf andere wirkt und sehen, was sie bei anderen auslösen. Feedback erfüllt den Zweck nur dann, wenn es hilfreich ist und der Klarheit und dem gegenseitigen Verstehen dient.

Mögliche Feedback-Fragen

Feedback kann auch nonverbal, mit Kopfnicken, Zuhören, Lächeln, oder Ermutigung erfolgen oder verbale Feedbacks auf diese Weise verstärken und unterstreichen. Hier eine Auswahl typischer Feedback-Fragen, die sich in der Praxis bewährt haben:

  1. Habe ich Sie richtig verstanden, dass in diesem Fall…
  2. Sie wirken jetzt sehr enttäuscht und entmutigt auf mich…
  3. Das überzeugt mich – wie haben Sie das erlebt…?
  4. Wie wirkte das auf Sie, was ich ihnen jetzt sagte…?
  5. Ich habe den Eindruck, dass Sie dies sehr verunsichert hat…
  6. Was löst diese Meinung bei Ihnen aus…?
  7. Damit zeigen Sie mir, dass Sie dieser Aufgabe gut gewachsen sind…
  8. Was Sie sagen, beweist mir, dass Sie…
  9. Mit diesem Vorschlag zeigen Sie mir, dass…
  10. Sie wirkten bei diesem Meeting sehr selbstsicher…
  11. Ich habe dies auch beobachtet, nämlich als Sie…
  12. Was meinen Sie, könnte man dies nicht auch so sehen, dass…
  13. Sie haben mir mit dieser Aussage gerade klar gemacht, dass…
  14. Aus dem was Sie mir gesagt haben, höre ich heraus, dass…
  15. Ihre Erklärung verstehe ich sehr gut, sie wirkt auf mich…
  16. Mit dieser Sichtweise zeigen Sie mir sehr deutlich, dass…
  17. Was würde geschehen, wenn Sie dies dennoch tun würden?
  18. Was hält Sie davon ab, das zumindest einmal zu versuchen?
  19. Dieser Standpunkt hilft mir sehr, Ihre Sicht besser zu verstehen…
  20. Diese Optionen zeigen mir, dass Sie das sehr objektiv sehen…

Beachten Sie, dass Feedback nie krass, beleidigend, verunsichernd oder gar zynisch und nur selten wertend sein darf. Auf einen Nenner gebracht kann man die Kernabsicht von Feedback so formulieren: „Geben Sie Mitarbeitern vor allem bei positivem und erwünschtem Verhalten Feedback, welches ihnen die Einsicht und den Nutzen einer Veränderung praktisch erkennen lässt“.

Auch die Tätigkeit und Aufgaben haben einen Einfluss auf die Wirkung von Feedback. Bei Tätigkeiten, bei denen Kreativität, Innovationsleistungen und Problemlösung im Mittelpunkt steht, stärkt positives Feedback das Engagement und die Motivation besonders nachhaltig. Kritik mindert dann die Leistungsfähigkeit. Bei Tätigkeiten, bei denen Fehler vermieden oder
Probleme gefunden werden müssen, ist Kritik nützlicher und sogar eher willkommener
als positives Feedback, weil es zu Charakter und Aufgaben der Mitarbeiter gehört.


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