Personalentwicklung

Mobile Learning: Neues Lernen mit neuen Regeln

Mobilgeräte erfreuen sich nach wie vor steigender Beliebtheit. Diese sollte auch für das Lernen genutzt werden, denn das Mobile Learning bietet dafür mit neuen Anwendungen interessante Möglichkeiten für ein effizientes und motivierendes Lernen. Doch diese muss man kennen, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Immer mehr Mitarbeiter sind mobil, arbeiten nach flexiblen Arbeitszeiten und haben lange Arbeitswege, die sich für kurze und entspannte Lernaktivitäten eignen. Mobile Endgeräte können auch als Zugang zur persönlichen Lernumgebung dienen, einem Telecommander gleich, der die diversen Lernmöglichkeiten und Lerntools wählen, steuern und organisieren lässt. Allerdings kann Mobile Learning immer oder zumindest in den meisten Fällen nur ergänzender Bestandteil eines gesamten Lernkonzeptes eines Blended Learning (Lehr- und Lernkonzepte, mit didaktisch sinnvoller Verknüpfung von ‚traditionellem Klassenzimmerlernen‘ und virtuellem Lernen auf der Basis neuer Informations- und Kommunikationsmedien) sein.

Mobile Learning in situative Lernkontexte einbinden

Untersuchungen zeigen, dass mobiles Lernen in situative Lernkon-texte eingebunden sein sollte.

Zudem soll es tendenziell ergänzendes Wissen vermitteln, das sonst durch Tutoren vermittelt würde und es sollte mit Vorteil durch die Mediation eines Lehrers kontextualisiert werden. Kurze und einfach zu verarbeitende Informationshäppchen, beispielsweise bei Wiederholungen und Vertiefungen, Aufbereitungen in unterhaltsamer und spielerischer Form, sind mögliche konkrete Lernmethoden.

Charakteristiken eines erfolgreichen Mobile Learnings.

Die Informationstechnologie entwickelt permanent neue Anwendungen und ist äusserst dynamisch. Daher sind die Möglichkeiten des mobilen Lernens theoretisch kaum einzugrenzen. Gerade für jugendliche Lernende ist diese ungezwungene, lockere und oft auch spielerische Form des Lernens oft willkommen, da auch die Lernportionen klein und überschaubar gehalten werden können.

Einige konkrete Anwendungen können beispielsweise sein:

  • Handy-Lernprogramme (Vokabeltrainer, Produkte-Know-how)
  • Handy-Spiele zu neuen Technologien oder Kommunikationsthemen
  • Digitale Karteikarten/Lernkarten für das Handy als Repetitorium
  • Multiple Choice-Wettbewerb nach Erlernung einer neuen Software
  • Handy als Arbeitsmittel für Projektlernen und Projektorganisation
  • SMS-Kommunikation im Fremdsprachenunterricht
  • Zusammenfassungen und Kernaussagen aus Lernveranstaltungen
  • Gelerntes vertiefende Videocasts von Rollenspielen aus Seminaren
  • Flipchart-Gewichtung als Zusammenfassung aus und nach Workshop

Microlearning als ideale Lernform für das Mobile Learning

Vor allem im Bereich des Mobile Learnings ist das Lernen in kleinen Lerneinheiten und Lernsequenzen, auch Microlearning genannt, eine interessante und sehr geeignete Lernform.

Im Mobile Learning ist Lernen in kleinen Lernein-heiten eine sehr geeignete Lernform.

Dabei werden kleine Informationseinheiten wie Test- oder Handlingfragen über PC, Handy und andere Lerngeräte von einem Server abgerufen. Angesichts der neuen Entwicklungen im Bereich der Arbeit 4.0, drängt sich ein mobiles und Just-in-time-Lernen beinahe auf, um den sich stets verändernden Arbeits- und Lernsettings entsprechen und der geforderten Flexibilität des ortsunabhängigen Lernens entsprechen zu können.

Microlearning als ideale Lernform für das Mobile Learning

Vor allem im Bereich des Mobile Learnings ist das Lernen in kleinen Lerneinheiten und Lernsequenzen, auch Microlearning genannt, eine interessante und sehr geeignete Lernform. Dabei werden kleine Informationseinheiten wie Test- oder Handlingfragen über PC, Handy und andere Lerngeräte von einem Server abgerufen.

Die Software auf dem Server registriert dabei oft den individuellen Lernfortschritt und passt die Fragestellungen und Fragewiederholungen an die vom Lernenden richtig oder falsch beantworteten Fragen an. Microlearning ist ein Lernen in kleinen „Wissenshäppchen“ („Nugget Learning“), welches sich gut in Prozesse des informellen Lernens integrieren lässt, wenn Lernende schnell ein bestimmtes Wissen, beipielsweise für eine Problemlösung oder eine anzuwendende Softwarehandhabung, benötigen.

Mobile Learning ist in den meisten Fällen nur eine Ergänzung aber kein Ersatz für andere Lernformen

Die Vorteile und Stärken des M-Learnings

Das Mobile Learning fördert aber auch stark des informelle Lernen, denn mit der erhöhten Zeit- und Ortsflexibilität kommen Lernprozesse einfacher und häufiger in Gang. Der spontane Zugriff auf Ressourcen, beispielsweise während Bahnfahrten oder bei Ausübung einer bestimmten Aufgabe. Unter diesen Ressourcen sind nicht nur Lerninhalte und Daten, sondern auch Personen und Experten zu sehen. Das Mobile Learning fördert aber ebenso die Eigenverantwortung des Lernens – was eine Voraussetzung und eine Chance zugleich ist, wenn dieses Bewusstsein bei Lenenden und Personalentwicklern genügend ausgeprägt ist.

Anwendungsbeispiel aus der Praxis

Dieses Beispiel zeigt idealtypisch, in welchen Situationen das Mobile Learning seine Stärken ausspielen kann, und zwar was Inhalte, Zielgruppen, Lernformen, Arbeitsumfeld und Lernziele betrifft:

Die Chauffeure eines mittelgrossen Speditionsunternehmens sind während eines Grossteils ihrer Arbeitszeit unterwegs und haben nur selten die Möglichkeit, an Lernveranstaltungen teilzunehmen. Oft sind zudem auch ihre Lernkompetenzen nicht genügend entwickelt. Deshalb wird vom HR-Management zusammen mit einer spezialisierten Agentur ein Schulungskonzept entwickelt, welches diese Situation berücksichtigt und auf die Bedürfnisse der Lernzielgruppe in allen wichtigen Punkten eingeht (Lernzeit, Lernerfahrung, Lerninhalte, Konzept der Module, Einfachheit der Bedienung, Praxisausrichtung usw.)

Demnach frischen die Chauffeure ihr Know-how dann mit Smartphones oder anderen Mobilgeräten auf und eignen sich Wissen so mit Hilfe von gut verarbeitbaren „Wissenshäppchen“ nach dem System des Microlearnings und zeitlich sehr flexibel an. Anstelle der physischen Schulungen vor Ort werden vom Unternehmen elektronische Lernprogramme, die nicht nur am PC sondern auch auf einem Smartphone lauffähig sind, eingesetzt.

Die Themen sind vielfältig: Handhabung neuer Einsatzplanmethoden, neue Zollbestimmungen, Wartung und Bedienung der Fahrzeuge, neue Technologien und vieles mehr. Dabei werden Aufgaben übermittelt, welche die Chauffeure beispielweise am Fahrzeug selber praktisch anpacken können, wie zum Beispiel die optimale Nutzung neuer Fahrtenzählersysteme. Diese flexible Lernmethode, die sehr gut zwischendurch bei Mittags- und Fahrpausen und bei Wartezeiten in Staus genutzt werden kann.

Stärken und Schwächen auf einen Blick

Stärken und Vorteile

  • Mobilgeräte-Beliebtheit und Nutzungserfahrung
  • Junge medienerfahrene Benutzer-Zielgruppen
  • Kleine Lerneinheiten und Medienvielfalt
  • Situative passende Einbindungs-Möglichkeiten
  • Steigerung der Lernmotivation mit kleinen Häppchen

Schwächen und Nachteile

  • Meist hoher und teurer Content-Erstellungsaufwand
  • Lernakzeptanz als Privat- und Unterhaltungsmedium
  • Geringe Displaygrösse für gewisse Visualisierungen
  • Oft einschränkendes und ablenkendes Lernumfeld
  • Wie stark der Impact ist, ist noch nicht bekannt

 


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