Mitarbeiterbindung Mitarbeiterführung

Sinngebung in der Arbeit: Wenn das Wichtigste unbeachtet bleibt

Vor allem qualifizierte und leistungsbewusste Mitarbeiter möchten in ihrer Tätigkeit Sinn und Zweck sehen. Doch das wird zu wenig beachtet und sträflich vernachlässigt. Die Sinngebung ist sekundär, Kennzahlen und Hardfacts müssen stimmen. Das ist ein Irrtum.

Warum und wofür mache ich diesen Job eigentlich?

Wie oft stellen sich Mitarbeiter und Arbeitgeber diese Frage wohl? Einige vermutlich nie, andere vielleicht jeden Tag. Umfragen zeigen immer mehr, dass diese Fragen von immer mehr Mitarbeitern gestellt wird – und darauf Antworten erwartet werden. Vor allem motivierte und engagierte Mitarbeiter sind an Antworten zu dieser Frage interessiert und erwarten diese von ihrem Arbeitgeber zurecht.

  • Ist die Frage überhaupt relevant?
  • Kann denn jeder Job Sinn stiften und welcher Sinn kann dies sein?
  • Und wenn dem so ist: Wie fallen die Antworten aus?
  • Wer ist dafür verantwortlich, dass Job und Arbeit überhaupt Sinn stiften?

Fragen über Fragen, die schwer zu beantworten sind. Doch man weiss längst: Sinnstiftung der Arbeit gehört zu den nachhaltigsten Motivationsvoraussetzungen. Aus der Forschung und Beobachtungen kennt man einige der Faktoren, welche die Sinnstiftung besonders nachhaltig beeinflussen.

Es wird immer deutlicher, dass die Sinnstiftung ein wesentlicher Teil der Zufriedenheit, Motivation und Mitarbeiterbindung ist und anspruchsvolle Mitarbeiter mit immer besserer Bildung sich diese Frage immer mehr stellen. Unternehmen, die sie in Jobs, Führung, Unternehmenskultur und Thematisierung zufriedensstellend beantworten, sind der Arbeitgeberkokurrenz voraus.

Laut Viktor Frankl, einem bekannten österreichischen Psychologen und Neurologen, ist der Mensch ein Wesen auf der Suche nach Sinn. Die Sinngebung, die Fähigkeit, seinem Leben, seiner Arbeit und seinem Handeln einen Sinn zu geben, motiviert nach ihm weitaus stärker als Machtstreben, Geld oder Karriere. Es ist eine tiefer gehende, eine zutiefst intrinsische Motivation.

Sinngebung in Arbeit, Tätigkeit, Unternehmenszugehörigkeit und in der Identifikation mit der Unternehmensleistung ist ein entscheidender Faktor einer jeden Unternehmenskultur. Nur, sie kann nicht „herbeiorganisiert“ werden, sondern entsteht aus gelebten und kommunizierten Werten und fähigen Führungskräften, die sich dieser Tatsache bewusst und Sinn zu stiften in der Lage sind.


Menschen möchten erleben, dass ihr Tun für etwas gut ist

Sinn ist nach Frankl Orientierung für unsere Entscheidungen und für unser Engagement ein zentraler Motivationsfaktor: Menschen möchten erleben, dass ihr Tun für etwas gut ist und sie möchten ebenso spüren, dass sie für das Unternehmen und seine Kunden wichtig sind. Dann macht es für sie Sinn. Führungskräfte können dabei auf verschiedene Weise „sinnstiftend“ (mit)wirken:

Möglichkeiten sinnstiftender Führung


Sinnstiftende Arbeit geben und erkennbar machen:

Auf den „massgeschneiderten“ Arbeitsplatz achten, damit Mitarbeiter erleben, dass durch ihre Talente, ihre Arbeit und ihr Können Wertvolles, Nützliches und von Kunden Geschätztes entsteht.

Orientierung geben:
Die Mitarbeiter sollen verstehen und spüren, worauf das Unternehmen ausgerichtet ist und welche Werte und welchen Nutzen es stiftet. Quantitative Ziele allein sind hier zu wenig. Es braucht Bilder, Geschichten und Analogien, um die Menschen in ihren Werten und Emotionen zu berühren.

Werte aufzeigen und erlebbar machen:
Geht es nur um Gewinnmaximierung und Umsatzwachstum oder hilft man Kunden bei Problemlösungen, leistet man einen Beitrag zur Gemeinschaft oder stellt man besonders nutzenstiftende Produkte her?

Wirkung deutlich machen und kommunizieren:
Den Bedarf, die Notwendigkeit und den Sinn von Massnahmen und deren positive Wirkung deutlich machen: Mitarbeiter akzeptieren auch Einschnitte und hohe Leistungsziele, wenn sie erkennen, wo und warum sie gebraucht werden bzw. wofür etwas gut sein soll.

Sinnstiftende Arbeit geben und erkennbar machen. Klick um zu Tweeten


Die besten Mitarbeiter erfolgreich gewinnen, entwickeln und halten

Herbert Janssen – Wichtige Instrumente zur Mitarbeiterbindung – Erschienen im PRAXIUM-Verlag, Zürich – Mit CD-ROM und vielen Vorlagen und Arbeitshilfen – ISBN 978-3-9523596-7-9

Der Buchtitel kommuniziert es deutlich: Die Gewinnung der Besten wird auf drei Ebenen praktiziert und entschieden: Beim Finden, also der Personalrekrutierung, dem Erkennen und Entwickeln, also der Identifizierung und Förderung der qualifizierten, und leistungsfähigen Mitarbeiter mit Potenzial und last but not least, das Halten der besten Mitarbeiter, d.h. die Fähigkeit, diese Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und sie für sich zu gewinnen.

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