Mitarbeiterführung

Warum mehr Spass in Job und Arbeit so wichtig sind (Teil1)

Können Sie von sich behaupten, täglich mit Freude und Spaß bei der Arbeit zu sein? Und wenn nicht, wäre das nicht ein wunderbares Ziel?

Viel zu viele Mitarbeiter, Führungskräfte – also auch viele Unternehmen – haben eines gemeinsam: Freude und Spaß an der Arbeit halten sich in Grenzen, oftmals sind Mitarbeiter und ganze Teams eher unzufrieden und haben mit einem schlechten Betriebsklima zu kämpfen. Damit gehen Kreativität, Begeisterung und wohl auch die von Unternehmen so hoch gepriesenen und auf Glanzpapier veröffentlichten Unternehmenswerte den Bach hinunter. Diese Tatsache wird nicht zuletzt durch regelmäßige Studien seit Jahren belegt.

Rund 70 Prozent aller Arbeitnehmer sind in ihren Unternehmen und Teams eher unzufrieden, machen Dienst nach Vorschrift und geben nicht wirklich ihr Bestes, obwohl sie es durchaus könnten. Dabei wären die meisten Mitarbeiter grundsätzlich natürlich bereit dazu. Verschiedene Umstände in den Unternehmen führen jedoch dazu, dass die Motivation zu guter und erfolgreicher Arbeit aufgrund schlechter Erfahrungen bei vielen Mitarbeitern verloren gegangen ist.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass diese Mitarbeiter schlechte Arbeit abliefern. Aber sie könnten unter anderen Voraussetzungen noch viel besser, engagierter und vor allem mit viel mehr Freude arbeiten.

Weitere 15 Prozent haben innerlich bereits gekündigt und nur die spärlichen restlichen 15 Prozent sind hoch engagiert und mit Freude bei der Sache. Experten beziffern den jährlichen Verlust, den die Wirtschaft durch diesen Umstand erleidet, im hohen zweistelligen Milliardenbereich. Die Verluste entstehen durch starke Fluktuation, hohe Fehlzeiten und fehlende Effizienz.

Gleichzeitig sind viele Mitarbeiter wirklich unglücklich mit der Situation auf ihrer Arbeitsstelle, fühlen sich unwohl oder sogar bei der Arbeit behindert und können schon allein deshalb nicht ihr gesamtes Potenzial abrufen. Dass Unzufriedenheit ein schlechter Begleiter im Leben ist, wissen wir sicherlich alle. Oft ist es zudem so, dass die mangelnde Zufriedenheit im Beruf auch Auswirkungen auf den privaten Bereich hat. Und nicht zuletzt dies sollten Sie auf jeden Fall vermeiden.

Die Unzufriedenheit resultiert in der Regel aus einem schlechten Betriebsklima und
demotivierenden Strukturen, oftmals noch verstärkt durch mangelnde Führungskompetenz. Jeder soll nur nach den Vorgaben funktionieren und manchmal hat es den Anschein, als seien vorgegebene Prozess-Abläufe und Standards wichtiger als die Menschen, die im Unternehmen arbeiten. Dies demotiviert viele am allermeisten.

Schließlich sind es zuallererst die Menschen, die die Identität eines Unternehmens und damit den entscheidenden Unterschied im Wettbewerb ausmachen. Dieses unglaubliche Potenzial wird leider in vielen Fällen einfach liegen gelassen oder verschwendet. Das ist nicht nur bedenklich, sondern auch mehr als erstaunlich, vermittelt doch beinahe jedes Unternehmen den Eindruck, dass bei ihm gerade das Humankapital oberste Priorität habe und mit allen erdenklichen Mitteln gefördert werde.

Diese Last liegt vornehmlich auf den Schultern der Führungskräfte, schließlich sind sie
verantwortlich für ihre jeweiligen Mitarbeiter und für deren Motivation und Leistungsbereitschaft und für die resultierenden Ergebnisse. Und tatsächlich müssen wir feststellen, dass diese Last zu groß für die meisten der Führungskräfte ist. Viele sind viel zu sehr in das Tagesgeschäft involviert, andere eher Fachexperten, einige sind auch nicht wirklich gerne Führungskraft.

In all diesen Fällen steht das motivierte und konstruktive Führen nicht im Mittelpunkt der täglichen Aufgaben. Die Mitarbeiter fühlen sich für die daraus entstehenden Probleme zu Recht nicht verantwortlich. Im schlechtesten Fall leiden sie still vor sich hin, bedauern, ihre Fähigkeiten nicht besser einsetzen zu können und träumen von einem besseren, attraktiveren Unternehmen oder Team, in dem sie
arbeiten könnten.

Das Verrückte dabei ist, dass sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte in der Regel durchaus die Sehnsucht haben, in einem tollen Unternehmen sowie in einem Super-Team zu arbeiten, in dem sie mit Freude und Spaß bei der Sache sein und ihre Talente und persönlichen Möglichkeiten verwirklichen können. Allein auf sich gestellt, werden es aber vor allem die oben genannten Führungstypen nicht schaffen, die Zufriedenheit, Identifikation und Motivation in ihrem Bereich oder Unternehmen herzustellen.

Da helfen auch die leider viel zu oft in Schnellkursen erlernten Führungstechniken nicht viel. Wer nur nach starr festgelegten Methoden und Schemata führt, ist auf dem Holzweg und wird die Situation nicht zum Positiven verändern können. Im Gegenteil, meist entsteht bei Mitarbeitern lediglich noch mehr Demotivation, wenn ihre Führungskräfte versuchen, die erlernten Strategien und Methoden mit Krampf und Druck – anstatt mit Natürlichkeit und Freude – umzusetzen.

Die Reaktion vieler Mitarbeiter darauf ist mehr alsverständlich: Wer möchte schon gerne starr und monoton oder ausschließlich nach Ergebnissen geführt werden? Hier gibt es aufgabenbezogen sicherlich Ausnahmen – etwa die Verkaufsprofis (vom Wertpapierhändler bis zum Autoverkäufer), die seit Jahren, auch ohne groß geführt zu werden, ihre Zahlen immer weiter steigern.

Hier macht es der Erfolg ihren Führungskräften natürlich leicht, sie in Ruhe zu lassen. Aber selbst diese Gruppe hätte ganz sicher nichts gegen ein wenig mehr Freude und Spaß bei der Arbeit einzuwenden. Vielleicht würden sie dadurch ja sogar noch mehr verkaufen, sich zumindest aber glücklicher und zufriedener fühlen. Und die positive Stimmung, die sie dadurch im Team verbreiten würden, könnte wiederum andere, die noch nicht ganz so erfolgreich sind, beflügeln.

 


Die Traumfabrik

Autor Edwin Prelog – Haufe Verlag – ISBN 978-3-648-08233-1 – Umfang 256 Seiten

Ein Buch für alle Führungskräfte und Mitarbeiter und gleichzeitig ein Coaching-Leitfaden für die nachhaltige Umsetzung Ihrer Unternehmenskultur. Die Traumfabrik“ beschreibt, was man sowohl als Führungskraft als auch als Mitarbeiter tun aber auch lassen sollte, um in einem positiven Klima ergebnis- und zielorientiert voranzukommen.

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