Mitarbeiterführung

Der Königsweg erfolgreicher Motivation: Fokussierung von Talenten und Kompetenzen

Wir müssen unsere Motivationsbemühungen verbessern: Sollen es Incentives sein, attraktivere Boni, eine bessere Work-Life-Balance oder mehr Betriebsfeste? Es gibt einen weitaus wirksameren Weg: Die talentkonzentrierte Motivation.

Was soll und will talentkonzentrierte Motivation? Ganz einfach: Mitarbeiter mit dem motivieren, was schon vorhanden ist und was für Mitarbeiter und Unternehmen das Wertvollste überhaupt ist: Talente und Kompetenzen. Indem man Talente und Kompetenzen von Mitarbeitenden in den Mittelpunkt rückt, ermöglicht man ihnen Erfolgserlebnisse – die wirksamste Form von Motivation, die eine Kettenreaktion in Gang setzt und keine „Motivationsspritzen“ braucht.

Aber auch das Feedback auf Erfolge, die das Resultat von Stärken und Kompetenzen sind und deren permanente Kommunikation, wie wertvoll sie für das Unternehmen, das Team und die Erreichung von Unternehmenszielen sind, gehören zu einer talentkonzentrierten Motivation.

Die Mehrheit der Mitarbeiter möchte Leistung, Erfolg und Arbeit im Team erleben, sich austauschen, Stärken beweisen können und als Persönlichkeit wahrgenommen werden. Damit steigt der Selbstwert, das soziale Ansehen, das Zugehörigkeitsgefühl und der Beweis, von anderen gebraucht und geschätzt zu werden.

Die vielen bedeutsamen Vorteile talentkonzentrierter Motivation

Talente von Mitarbeitern identifizieren und nutzen, führt zu Spitzenleistungen und fördert dauerhaft das Leistungsbewusstsein. Wer vor allem das macht, was er besonders gut kann, macht dies auch erfolgreich. Und Erfolg ist der beste Motivator überhaupt, denn er zeigt den Wert des Könnens und damit möglichen Leistungen auf. Doch Talente müssen erkannt und gefördert werden, Aufgaben und Herausforderungen müssen diese Talente nutzbar machen und deren Wert muss von Führungskräften mit Wertschätzung und Förderung anerkannt und weiter entwickelt werden. Talentkonzentrierte Motivation hat eine Reihe von wesentlichen Vorteilen und äusserst positiven Auswirkungen:

  • Sie verbessert Leistungen und führt zu Spitzenleistungen
  • Sie verbessert die Mitarbeiterbindung
  • Sie macht Mitarbeiterförderung zur Daueraufgabe
  • Sie fokussiert die wertvollsten Mitarbeiter – die talentierten und kompetenten
  • Sie ist äusserst nachhaltig und werteorientiert
  • Sie praktiziert Wertschätzung auf die glaubwürdigste Weise
  • Sie handelt nach individuellen Motivationsprofilen
  • Sie fördert die Produktivität und Qualität der Leistungserbringung
  • Sie führt zu mehr Eigenverantwortung und Experimentierfreude
  • Sie fördert leistungsorientierte und ehrgeizige Mitarbeiter
  • Sie setzt den Schwerpunkt auf die intrinsische Motivation
  • Sie fokussiert Mitarbeiter mit hoher Leistungsbereitschaft

Wichtige Voraussetzungen

Talentkonzentrierte Motivation hat auch viel mit sinngebender und herausfordernder Tätigkeit zu tun. Frederick Herzberg, ein bekannter Motivationsforscher betont die Bedeutung der Qualität der Arbeit. Seine auf den Punkt gebrachte Meinung: „Vergessen Sie Lob, vergessen Sie Bestrafung, vergessen Sie Geld. Um Mitarbeiter wirklich zu motivieren, müssen sie deren Arbeit interessanter gestalten“. Und womit erreicht man dies am besten? Interessant gestaltet man Arbeits stets, in dem man Talente und besondere Kompetenzen nutzt. Wesentlich ist dabei, dass es oft jenes Tun ist, welches bei Mitarbeitern das Feuer der Leidenschaft entfacht, den besten Leistungsmotor überhaupt.

Reinhard K. Sprenger bringt die Bedeutung der Talenterkennung und –förderung konzise auf den Punkt: „Für das berufliche Lebensglück sind zwei Forderungen hilfreich. Die erste heisst: Lebe dein Talent. Und die zweite lautet: Gehe dahin, wo dein Talent auch gewollt ist“. Wir ergänzen und präzisieren: Und das Talent erkannt, genutzt, weiterentwickelt und gewürdigt und anerkannt wird.

Auch Gertrud Höhler bringt es in ihrem Buch „Die Sinn-Macher“ auf den Punkt: „Unternehmen müssen Mitarbeitern ein Umfeld schaffen, in dem ihnen klar wird: Hier bin ich nicht bloss für die Firma. Hier bin ich auch für mich“. Und am meisten sich selbst ist ein Mitarbeiter dann, wenn er mit seinen ureigensten Talenten und individuellen ihn auszeichnenden Fähigkeiten sein Können mit Spitzenleistungen unter Beweis stellen kann, und zwar sich, dem Team, dem Vorgesetzten und dem Unternehmen gegenüber.

Auch Anne M. Schüller sagt in Ihrem hervorragenden und lesenswerten Buch „Das Touchpoint-Unternehmen“ sehr treffend: „Wer Engagement fordert, muss Sinn bieten. Denn Menschen arbeiten, um etwas zu bewirken. Sinn und das damit verbundene Glückserleben entstehen, wenn befähigte Mitarbeiter möglichst konkrete Aufgaben erledigen können, bei denen sie sich als wesentlich erleben“.

Wichtige Voraussetzungen

Talentkonzentrierte Motivation setzt seitens der Unternehmenskultur und den Führungskräften einige wichtige Punkte voraus:

  • ausgeprägte Kommunikations- und Führungskompetenzen
  • Möglichkeiten zu Erfolgserlebnissen und Spitzenleistungen
  • konstruktive Mitarbeiterbeurteilungen mit Talente fokussierenden Zielvereinbarungen
  • regelmässiges, respektbasierendes Feedback zu Leistungen und Talenteinsatz
  • Qualitätsverbesserungen von Tätigkeiten und Anforderungen
  • Mitarbeiterförderung und Talentsearching als Daueraufgabe

Stellen Sie sich vor, wie motivierend ein solches Feedback eines Vorgesetzten ist: „Herr Muster, mit ihren ausgezeichneten Gestaltungsideen für meine Powerpoint-Präsentation haben Sie einmal mehr Ihr besonderes grafisches und visuelles Talent bewiesen. Sie haben damit einen grossen Beitrag zum Erfolg meiner Präsentation geleistet – vielen Dank“!

Ganzheitliches Talentmanagement

Wird das Potenzial und Talent von Laura R. im Onlinemarketing und mit neuen Medien wirklich genutzt und was tun wir für deren Weiterentwicklung und Förderung? Kann Herr Rütimann sein ausgesprochenes Verhandlungstalent wirklich genug oft nutzen und stellt es für ihn auch eine Herausforderung dar? Sind Aufgaben und Tätigkeiten für Sandro M. mit seinem Organisatonstalent anspruchsvoll genug? Nutzen wir das Kommunikationstalent und die herausragenden konzeptionellen Fähigkeiten von Maria Muster genug?

Dies sind einige Beispiele von Fragen aus der Praxis, welche das Talentmanagement beantwortet und eine talentorientierte Motivation ermöglicht – es sind Fragen, welche Führungskräfte, Personalentwicklungsplanung, Zielvereinbarungen, Job Enrichment sich immer wieder stellen und auch in Mitarbeitergesprächen einen wichtigen Platz einnehmen müssen oder gar ein Thema für sich sein können.

Integration in Instrumente und Pflichtenhefte

Talentmanagement dient der langfristigen Erkennung, Förderung und Sicherstellung von Talenten und ist somit ein sehr wichtiges Element einer modernen und ganzheitlichen Personalentwicklung mit dem Bewusstsein, damit die nachhaltigste Form der Motivation der besten Mitarbeiter zu betreiben. Vor allem auch die Personalentwicklung muss auf Talenten, Stärken und Komptenzen aufbauen und diese ins Zentrum rücken. Davon sind auch Instrumente wie Zielvereinbarungen, Anforderungsprofile und Stellenbeschreibungen betroffen. 

 


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