Arbeitszeugnisse

Wichtiges zu Kündigungsinformationen im Arbeitszeugnis (Teil 1)

Der Kündigungsgrund ist im Bewerbungsprozess ein wichtiger Faktor. Erste Hinweise liefern Arbeitszeugnisse, entweder mit Angaben zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder (leider oft noch immer) codierten Formulierungen.
Das Arbeitszeugnis muss den Tatsachen entsprechen und vollständig sein; entscheidend ist letztlich, wie ein unbeteiligter Dritter das Zeugnis nach Treu und Glauben versteht. In einem Vollzeugnis müssen Angaben zur technischen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ohne Rücksichtnahme auf den Wunsch des Arbeitnehmers dann gemacht werden, wenn sie zur Würdigung des Gesamtbildes des Arbeitnehmers beitragen oder in wesentlichen Punkten die Wahrheitspflicht betroffen ist.

Arten der Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Bei der Art der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind in Arbeitszeugnissen die folgenden Aspekte und Möglichkeiten zu beachten:

• Kündigung des Mitarbeiters von sich aus mit/ohne Grundnennung
• Kündigung durch den Arbeitgeber mit/ohne Grundnennung
• Kündigung wegen eines befristeten Arbeitsverhältnisses
• Betriebsbedingte Kündigung (Insolvenz, Redimensionierung)
• Fristlose Entlassung aus einem schwerwiegenden Grund

Wer hat gekündigt?

Es gibt Standardformulierungen, die verdeutlichen oder Hinweise darauf geben, ob der Mitarbeiter von sich aus gekündigt hat (Herr Muster verlässt uns auf eigenen Wunsch), ob ihm gekündigt wurde (Herr Muster verlässt uns in gegenseitigem Einvernehmen), ob das Arbeitsverhältnis befristet war (Das schon beim Stellenantritt vertraglich befristete Arbeitsverhältnis endet zum <Datum>), oder ob eine betriebsbedingte Kündigung vorliegt (wirtschaftliche Probleme, Restrukturierungen, Insolvenz usw.) (Das Arbeitsverhältnis musste zum <Datum> betriebsbedingt wegen Werksschliessung beendet werden).

Bedauern und Wertschätzung der Leistungen

Bei einer betriebsbedingten Kündigung ist es empfehlenswert, das Bedauern und die Wertschätzung der Leistungen besonders zum Ausdruck zu bringen, damit keine Missverständnisse aufkommen. Ein Formulierungsbeispiel für eine betriebsbedingte Kündigung mit sehr guter Beurteilung:

Das Arbeitsverhältnis von Herrn Muster wurde betriebsbedingt wegen Filialschliessung als Folge eines Firmenzusammenschlusses mit dem heutigen Tag beendet. Wir bedauern dies sehr, da wir mit Herrn Muster einen ausgezeichneten und hoch qualifizierten Mitarbeiter verlieren. Wir danken ihm für seine bisherige wertvolle Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Problematische Einvernehmens-Formulierung

Andererseits ist eine Formulierung wie Das Arbeitsverhältnis endet im gegenseitigen Einvernehmen höchst problematisch, da eigentlich wahrheitswidrig und damit unzulässig. Sie lässt lediglich vermuten, dass Differenzen bestanden, was einen Zeugnisleser verunsichert und gegen das Gebot der Transparenz verstösst. Liegt ein schwerwiegendes Fehlverhalten vor, darf dies im Zeugnis nur erwähnt werden, wenn die Straftat erwiesen und beweisbar ist, wie bei kriminellem Verhalten, Unterschlagung oder sexuellen Straftaten.

 


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