Mitarbeiterbeurteilung

Vorgesetztenbeurteilung: Oft gefürchtet, aber sehr wirksam

Wegen Bedenken Machtprivilegien zu beinträchtigen, wird die Vorgesetztenbeurteilung eher selten angewendet. Doch als Führungsverhaltens-Feedback vorgenommen, sind die Erfahrungen überwiegend positiv.

Rollen- und Hierarchieverständnis

Lange Zeit ist dieses Instrument auch bezweifelt worden, weil es das traditionelle Rollenverständnis des top-down Verfahrens durchbricht. Im Zuge der partizipativen und partnerschaftlichen Führung und dem Abbau von Hierarchiesystemen hat sich aber die Rolle von Führungsperson geändert, in dem sie heute stärker als früher und Teamplayer und der Mitarbeiterkritik somit häufiger ausgesetzt sind.

Zudem geht es nicht um Benotungen, sondern um die Verbesserung der Führungsbeziehungen und des täglichen Zusammenarbeitens. Dabei kann nur schon eine neutralere Bezeichnung wie Feedback-Gespräche, Führungsbarometer Ängste einer zu starken Exponierung nehmen und den Fokus auf Verbesserungen und Optimierungen richten.

Die Vorgesetztenbeurteilung setzt Mut von allen Ebenen und von allen Beteiligten voraus, und zwar vor allem Mut zur Offenheit, zur Kritikfähigkeit und zur Veränderungsbereitschaft und ist eine ideale Ergänzung zur Mitarbeiterbeurteilung. Diese Form von Feedback setzt ein hohes Mass an gegenseitigem Vertrauen voraus, kann dieses aber, wenn einige wichtige Regeln beachtet werden, noch vertiefen.

Vorteile für alle Beteiligten

Nicht nur allein der Vorgesetzte hat zudem einen Vorteil aus der Bewertung, indem er etwas über seine Wirkung auf seine Mitarbeiter erfährt und entsprechende Veränderungen in Sozialkompetenzen und die Art der Zusammenarbeit herbeiführen kann, sondern auch Mitarbeiter und das Unternehmen profitieren davon, indem Probleme beispielsweise früher erkannt werden, die Einhaltung von Führungsprinzipien gewährleistet uns für Mitarbeiter die Glaubwürdigkeit von Mitarbeiterbeurteilungen verstärkt wird. Kritikfähigen und verhandlungsbereiten Führungskräften geben die Beurteilungen konkrete Hinweise, ihre Führungsqualifikation zu optimieren.

Formen von Vorgesetztenbeurteilungen

Vorgesetztenbeurteilungen werden in der Regel ebenfalls ein Mal pro Jahr durchgeführt. Auch anonyme Durchführungen sind möglich, die häufig eine grössere Bereitschaft zur Teilnahme und eine grössere Offenheit zur Folge haben. In den meisten Fällen werden Einstufungsverfahren mit Hilfe von Fragebogen durchgeführt, um eine systematische und strukturierte Auswertung zu ermöglichen und über zufallsgesteuerte Feedbackäusserungen hinauszugehen.

Aber auch eine Kombination mit einem unstrukturierten Gespräch, bei dem beispielsweise auch eine Selbsteinschätzung der Führungskraft möglich ist, kann ein aufschlussreicher Weg sein. die überwiegende Mehrheit der Unternehmen wendet mündliche Vorgehen an und setzt Multiple-Choice-Fragebögen ein.

Input für die Führungskräfteentwicklung

Vorgesetztenbeurteilungen geben so auch entscheidende Impulse für individuelle Kompetenzerweiterungen von Führungskräften und Unternehmen gewinnen darüber hinaus wichtige Erkenntnisse über Entwicklungsstand und den Fortbildungsbedarf ihrer Vorgesetzten. Als System kommt oft auch die 360-Grad Rückmeldung zur Anwendung.

Zum Gelingen sind die Relevanz: der Verhaltensinformationen, die Verständlichkeit, die Überprüfbarkeit von Informationen und Aussagen, die Vergleichbarkeit
(Der Vorgesetzte muss seine Beurteilung anhand von vergleichbaren Kollegen einordnen
können) und die Offenheit, dass auch heikle Probleme offen und resepektvoll
angegangen und diskutiert werden.

Fazit

Wird die Vorgesetztenbeurteilung konstruktiv genutzt, stellt sie eine ideale Ergänzung zur Mitarbeiterbeurteilung und anderen Systemen und Führungsinstrumenten dar. Diese Form von Feedback setzt einerseits ein hohes Mass an gegenseitigem Vertrauen und eine offene Unternehmenskultur voraus, kann aber – professionell und mit klaren Guidelines angewendet – das gegenseitige Vertrauen sogar noch vertiefen und verstärken und die gegenseitige Offenheit fördern.

Eine Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit wird jedoch nur erreicht, wenn die Resultate mit den Mitarbeitern offen besprochen und konkrete Massnahmen zur Verbesserung und Optimierung getroffen werden.


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