Arbeitszeugnisse

Die Problematik zu guter oder zu schlechter Arbeitszeugnisse

Es gibt zuweilen Zeugnisse, die sich geradezu überschlagen mit exzellenten Leistungen und voll des Lobes sind und den Eindruck entstehen lassen, es mit einem Universalgenie zu tun zu haben. Doch hier und in anderen Fällen ist dann Vorsicht geboten.

Doch solche „Lobhudelei“ kann schnell kontraproduktiv werden. Meistens ist der Arbeitgeber mit der Leistung und dem Verhalten wirklich sehr zufrieden. Enthält ein Zeugnis Beispiele und Resultate, stimmt es mit anderen überein und harmonieren alle Elemente (Position, Aufgaben, Funktion usw.) sind dies Fingerzeige, die auf eine tatsächlich herausragende Leistung schliessen lassen.  

Gründe für Lobeshymnen-Arbeitszeugnisse

Dass gerade bei besonders positiv formulierten Arbeitszeugnissen Vorsicht geboten ist, hat folgenden Grund: Hinter solchen Zeugnissen können jeweils stecken vor Gericht ausgehandelte Formulierungen stehen. Ein weiterer Grund kann sein, dass man als Zeugnisleser schnell einmal vermutete, dass Mitarbeitende selber sich das Zeugnis schrieben, worunter natürlich die Glaubwürdigkeit leidet.

Es kann aber auch eine Kündigung vorliegen, durch die sich der Zeugnisaussteller moralisch verpflichtet fühlt, dem Mitarbeitenden mit einem besonders wohlwollenden Zeugnis behilflich zu sein. Weitere Gründe können besondere persönliche begründete Sympathien sein oder – eher selten, aber leider auch möglich – die Androhung von Klagen durch den Mitarbeiter. Auch gut gemeinte Gefälligkeitszeugnisse, die dem Mitarbeitenden helfen sollen, möglichst schnell wieder zu einem Job zu kommen, sind nicht selten. 

Massnahmen für mehr Klarheit und Sicherheit

Ist ein Zeugnis mit nicht enden wollenden Lobeshymnen versehen, widerspricht es sich in manchen wichtigen Bereichen oder wirken Leistungsaussagen als Ganzes unglaubwürdig, ist Vorsicht geboten. Folgende Massnahmen können mehr Klarheit und Sicherheit geben:

· Genaue Abklärung durch das Einholen von Referenzen
· Vergleich mit anderen Zeugnissen und Belegen
· Social-Media-Screenings, beispielsweise bei Karriere-Netzwerken
· Fragen und Kontrollen bei persönlichen Interviews

Beurteilung mangelhafter und ungenügender Zeugnisse

Auch hier ist es wichtig, sich verschiedener Motive und Gründe des Zeugnisausstellers bewusst zu sein:

· Probleme der Kompatibilität und Sympathie
· Extrem hohe Ansprüche des Vorgesetzten oder des Unternehmens
· Enttäuschung über den Weggang des Mitarbeitenden
· Mangelhafte Kenntnisse im Verfassen professioneller Zeugnisse
· Aus Imagegründen bewusstes Vorzeigen hoher Standards  

 


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