Human Resource Management

Das HR trägt zu wenig zur Unternehmensentwicklung bei

In diesem Interview verrät uns Prof. Dr. Benedikt Hackl, Professor für Unternehmensführung und Personal, welche Kernbotschaften sein neues Buch HR 2020 bereit hält und welche Prioritäten er für das HR im Jahr 2020 sieht.

Herr Hackl, welches ist die wichtigste Botschaft Ihres Buches, welche sich Personaler ganz besonders zu Herzen nehmen sollten?

Aus unseren Forschungsarbeiten geht hervor, wie wenig HR wirklich zur Unternehmensentwicklung beiträgt. Ich halte Personal für die wichtigste Funktion im Unternehmen, wenn es die Aufgaben der Strategieumsetzung, Agilität und Individualität mit Qualität erfüllt und damit einen betriebswirtschaftlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten kann.

Welche Werte und Visionen kann das HR für die Arbeitswelt von morgen konkret beisteuern und vor allem, wie diese aktiv mitgestalten?

Enthierarchisierung, neue Führungsqualität und Innovationsorientierung der MitarbeiterInnen, neue Entlohnungsmodelle. Wir wissen aus vielen Forschungsprojekten, dass Hierarchie die Innovationsorientierung in Unternehmen bremst. Erfolgreiche Unternehmen wie bspw. Apple, Google oder Adidas haben Ihren Hierarchien eine neue Logik gegeben bzw. diese komplett abgeschafft.

Ich sehe in der monetären Wertung keinen Unterschied zwischen einem sehr guten Fachexperten und einer Führungskraft. Die eine kümmert sich um die Koordination des Teams, der andere bspw. um die Entwicklung neuer Produkte. Beides ist für den Unternehmenserfolg gleichbedeutend und es kann dadurch verhindert werden, dass Unternehmen exzellente Fachexperten verlieren und schlechte Führungskräfte gewinnen (monetärer Anreiz Führungskraft zu werden). Darüber hinaus ist für erfolgreiche HR-Bereiche die Vision wichtig, dass man selber Gestalter der Arbeitsproduktivität in den Unternehmen ist und nicht, wie so oft, die strategischen Themen dem Controlling oder anderen Funktionen im Unternehmen überlasst.

Immer mehr bewerben sich nicht Stellensuchende für Jobs sondern Arbeitgeber sich bei Stellensuchenden und Talenten. Setzt sich dieser Trend fort?

Sicherlich. Wir haben auf Basis demographischer Entwicklungen eine Verknappung des Arbeitsangebotes, in der Folge muss das Unternehmen zeigen, dass es die Ansprüche der MitarbeiterInnen erfüllen, kann. Geld ist dabei gar nicht entscheidend, vielmehr Freiheitsgrade, Möglichkeiten zum kreativen Arbeiten, und insbesondere für die Generation Y, weniger hierarchische Grenzen. MitarbeiterInnen verlassen in aller Regel nicht Unternehmen, sonder Führungskräfte. Auch das sicherlich eine Herausforderung für das Personalmanagement der Zukunft.

Ihr Buch entschlüsselt die DNA erfolgreichen Personalmanagements. Welche „Gene“ sind besonders erfolgsrelevant und warum sind es diese?

Nimmt man die Perspektive der Geschäftsführung und Vorstände auf der einen Seite und die Anforderungen der Führungskräfte und MitarbeiterInnen auf der anderen Seite, hat sich auf Basis von 600 befragten Unternehmen, knapp 700 befragten MitarbeiterInnen und 120 Projekten/Analysen mit HR-Bereichen, gezeigt, dass a) ein Beitrag zur Umsetzung der Unternehmensstrategie, b) die Entwicklung agiler Führungs- und Lernwelten als auch c) der Individualität der MitarbeiterInnen deutlich stärker Rechnung getragen werden muss.

Ansatzweise haben wir nur 10-15% der HR-Bereiche identifizieren können, die diese Aufgaben selbstbewusst steuern und in der Folge Unternehmensstrategien zu People-Business gemacht haben, agile, enthierarchisierte Lern- und Führungswelten entwickelten und den einzelnen Bedürfnissen bspw. bezüglich Generationenüberlegungen mehr Raum geben.

Welches ist – auf einen Nenner gebracht -, der wichtigste Nutzen, den ihr Buch für Personalleute stiftet und Grund es zu lesen?

Eine fundierte IST-Analyse auf Basis weit angelegter, empirischer Forschung sowie viele, praktikable konzeptionelle Ideen, den eigenen HR-Bereich weiterzuentwickeln.

Vielen Dank für das Interivew und Ihre interessanten Angaben zu Ihrem wirklich lesenswerten Buch, Herr Hackl.

Prof. Dr. Benedikt Hackl
Professor für Unternehmensführung und Personal
Leiter Forschungsinstitut HR-Impulsgeber

 


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