HR-Know-how Human Resource Management

Strukturiertes und systematisches Erstellen von HR-Konzepten

Ungezielt darauf los schreiben, bringt auch bei Konzepten selten zufriedenstellende Resultate. Geht man aber systematisch vor, spart man Zeit und verfasst bessere Konzepte. Es gibt verschiedene Qualitätsfaktoren und interessante Techniken für gute Konzepte.

Die Anforderungen an Konzepte sind heutzutage auch im Human Resource
Management gross. Sie müssen nicht nur kompakt und präzise formuliert
sein, sondern auch eine ganzheitliche Sicht der Dinge einnehmen, der
Unternehmenskultur und Personalpolitik folgen und in das gesamte
Business des Unternehmens integriert sein. Konzepte sind im HR eine häufige und wichtige Aufgabenstellung. Einige der folgenden Anregungen sollen bei deren systematischer Erstellung behilflich sein.

Klarheit zur Aufgabenstellung 

Zuerst sollten mit einer Grobplanung die wichtigsten Parameter klar sein. Was wird bis wann zu welchem Zweck erwartet, wie hoch ist der Zeitaufwand, wer ist beteiligt und welche Bedeutung hat das Konzept, ist es für internen Gebrauch oder geht es auch an Externe.

Wer ist die Zielgruppe? 

Ein wichtiger Faktor, der entscheidet, wie Ihr Konzept ankommt, ob es verstanden und überhaupt beachtet wird. Vorbildung, Themenkenntnisse und Betroffenheit sind einige der zu beachtenden Kriterien.

Stichworte als Gerüst 

Die Stichworte stecken den Rahmen ab und enthalten konkrete Informationen, was zur Sprache kommt, was wichtig ist, wo Beispiele gut sind usw. Auch ein Mindmap oder eine Grobdisposition sind möglich.

Disposition und Struktur

Die Struktur kommt dem Grundriss eines Hauses gleich. Hier muss auf die Relevanz der Themen, die Zielgruppenausrichtung, das Konzeptziel und eine für Leser nachvollziehbare Logik geachtet werden. Das Inhaltsverzeichnis sollte übersichtlich sein und eine Haupt- und Unterebene enthalten, welche die Struktur auf einen Blick abbilden.

Erstellung des Rohtextes 

Nun wird das Konzept in eine provisorische Form gebracht – wie das Rohgerüst eines Hauses. Hier sollte man, ohne zu viele Einschränkungen einfach zu Papier bringen, was einem für sein Konzept wesentlich erscheint.

Der Feinschliff 

Beim Finetuning wird nun alles genau und selbstkritisch unter die Lupe genommen. Kürzungen, Wortwahl, Formulierungen, Klarheit, Verständlichkeit, Tonalität, Umfangeinhaltung usw. sind in diesem Stadium des Schreibprozesses die wichtigen Aufgaben.

Einholen von Feedback

Bei wichtigeren oder kritischen Texten können einige Personen, mit Vorteil Vertreter der angsprochenen Empfänger, und Leser das Konzept probelesen und kritisches Feedback geben, vor allem was die Verständlichkeit und den Aufbau betrifft.

Korrekturlesung Lektorierung 

Bei wichtigen Texten sollte ein professioneller Korrektor beauftragt werden, ansonsten genügt eine Selbstkorrektur mit der Korrekturfunktion von Word als „Assistenz“.

Abschluss-Check für Konzepte

Mit dieser Checkliste, die zugleich Ideen und Anregungen für interessante Konzepte gibt, können Sie eine Art Abschlussredaktion vornehmen und prüfen, ob die wichtigsten Regeln und Qualitätskriterien eingehalten werden.

  • Sind die Aussagen klar (eine Aussage je Satz)?
  • Werden anschauliche Begriffe verwendet?
  • Werden aussagekräftige Begriffe verwendet?
  • Nur wenig Fremdwörter, Fachtermini u. Abkürzungen
  • Lockern Fragen auf und wecken Neugierde?
  • Wird ein Lead bzw. eine Einleitung verwendet?
  • Werden Beispiele aus dem Leserhorizont genannt?
  • Gibt es vereinfachende Zusammenfassungen?
  • Wird in der Sprache des Lesers geschrieben?
  • Vorbildung/Wissensstand/Lesekompetenz
  • Sind die Empfänger vom Thema betroffen?
  • Einhaltung Kompaktheit, Faustregel: 8-18 Worte je Satz
  • Keine Schachtelsätze und Wortungetüme
  • Konzentration auf Wesentliches und Relevantes
  • Wird das Informationsziel eingehalten?
  • Werden ausdrucksstarke Verben verwendet?
  • Werden mehrheitlich aktive Verben verwendet?
  • Werden die Leser einbezogen (Involvement)?
  • Passive Formulierungen/Substantivierungen vermeiden
  • Wird präzise, konkret und genau formuliert?
  • Wird Wichtiges von weniger Wichtigem getrennt?
  • Ist der Aufbau sachlogisch und folgerichtig?
  • Sind Textteile geordnet und strukturiert?
  • Wird das Wichtigste zuweilen optisch hervorgehoben?
  • Werden Kernbotschaften grafisch hervorgehoben?
  • Sorgen informative Überschriften für Übersicht?
  • Werden Visualisierungen eingesetzt?
  • Verwendung von Tabellen und Checklisten
  • Infografik als visualisierte Zusammenfassung?
  • Bestehen Infoboxen für Kernaussagen?
  • Sind Aussagen wo notwendig bewiesen bzw. belegt?
  • Wurde das Konzept auf Verständlichkeit geprüft?
  • Auf Einhaltung des Informationsziels prüfen
  • Ist der Umfang dem Thema angemessen?

Fragen an Probeleser

Diese Fragen helfen, nützliches Feedback zu erhalten und Konzepte zu verbessern oder kritisch zu überprüfen.

– Beschreiben Sie mir bitte das Konzept in drei bis vier Sätzen
– Was überzeugte Sie am meisten?
– Was überzeugte Sie am wenigsten?
– Welche Teile sollte ich überarbeiten?
– Was ist die Kernaussage?
– Welche „Schulnote“ würden Sie dem Konzept geben?
– Werden die Ziele A, B und C erreicht?
– Ist es verständlich?
– Ist die Stuktur, bzw. der Aufbau gut gewählt?
– Sind neue oder zumindest interessante Gedanken dabei?
– Meinen Sie, es kommt bei der Zielgruppe A an?
– Gibt es etwas, worauf ich genauer eingehen sollte?

 


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