Mitarbeiterführung

10 Regeln glaubwürdiger und wirksamer Anerkennung

Fähige und glaubwürdige Führungskräfte haben ein positives und respektbasierendes Menschenbild und verstehen es besonders gut, ehrliche, motivierende und respektierende Anerkennung auszusprechen. Worauf es ankommt, erfahren Sie hier.

Damit ermutigen Sie Mitarbeiter, Veränderungen anzugehen, neue Einsichten als vorteilhaft zu erkennen und an die Erreichbarkeit der gesteckte Ziele zu glauben. Es gilt deshalb, einige Regeln und Verhaltensarten zu berücksichtigen:

1. Anerkennungsgespräche persönlich führen

Delegieren Sie es nie an einen Mitarbeiter, nach dem Motto: „Sagen Sie dann Frau Meierhans, dass sie heute wirklich gute Arbeit geleistet hat.“ Echtes Lob muss persönlich erfolgen. Sprechen Sie Ihr Lob nicht zwischen Tür und Angel aus, sondern vereinbaren Sie einen Termin in Ihrem Büro oder gar in einem Café ausserhalb des Betriebes. Das hat zwei Vorteile: Sie messen dem Lob damit eine hohe Bedeutung bei und andere Mitarbeiter können nicht mithören: Neid und Missgunst schliesst man so aus.

2. Spezifisch und konkret loben

Um so konkreter, bestimmter, wertschätzender und spezifischer ein Lob ausfällt, desto wirksamer und glaubwürdiger ist es. Schlecht ist: Sie haben diesen Bericht toll hingekriegt. Besser: Mit diesem Bericht haben Sie einmal mehr bewiesen, wie präzise sie analysieren und Zusammenhänge erkennen können und wie klar und ansprechend Sie formulieren. Eine qualitativ hochstehende Arbeit, die bei allen sehr gut angekommen ist und gelobt wurde. Gratulation!

3. Adäquat und angemessen loben

Nur alle Schaltjahre einmal zu loben, wenn ein Mitarbeiter eine Veränderung bewältigt hat, wäre genauso falsch, wie ihm bei jeder Kleinigkeit auf die Schulter zu klopfen. Loben Sie, wenn ein Mitarbeiter mehr als die Leistung gezeigt hat, die von ihm erwartet wird und eine besonders wertvolle, förderwürdige Fähigkeit bewiesen hat.

4. Spezifisch und persönlichkeitsbezogen

Beziehen Sie Ihr Lob genau auf die Leistung, für die der Mitarbeiter es verdient hat und sprechen Sie konkrete Merkmale an wie Innovationsgabe, Termintreue, Überzeugungskraft oder Teamgeist. Bestätigen Sie ihn, indem Sie bestimmte Eigenschaften des Mitarbeiters für den Erfolg verantwortlich machen: hohe Qualitätsansprüche, Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein. Es ist legitim, dabei jene Qualifikationen besonders hervorzuheben, die für Ziele und Aufgaben auch künftig von Bedeutung sind und gefördert werden sollten.

5. Gesamtzusammenhang und betrieblicher Kontext

Machen Sie dem Mitarbeiter klar, dass seine Innovation auf die Ziele der Abteilung oder des Unternehmens einen wichtigen Einfluss haben, wie Kosteneinsparungen oder ein exzellenter Kundenservice, der die Marktführerschaft stärkt und auszubauen erlaubt. Damit erkennt der Mitarbeiter, dass und welchen Teilbeitrag er zum gesamten Unternehmenserfolg leistet. Diese Gewissheit und Erkenntnis stärken das Selbstwertgefühl und den Stolz auf die erbrachte Leistung zusätzlich.

6. Aufrichtige und ehrliche Anerkennung

Anerkennung wahllos und nach dem Giesskannenprinzip auszuschütten, ist kontraproduktiv. Mitarbeiter haben ein sehr feines Sensorium dafür, wie ehrlich und aufrichtig Lob gemeint ist. Je konkreter, spontaner, emotionaler und respektzollender Lob ausgesprochen wird, desto eher ist die Aufrichtigkeit zu erkennen.

7. Anerkennung nicht mit Kritik verbinden

Das Lob relativierende Kritik vernichtet die Wirkung des Lobes, da so die Zuckerbrot-Peitsche-Absicht sofort erkannt wird und viel eher die Kritik als das Lob als eigentlicher Anlass des Gespräches vermutet wird. Also Negatives und Einschränkendes beiseite lassen und ohne „Schon gut, aber…“ Anerkennung aussprechen, die voll und nur als solche gemeint ist.

8. Anerkennung nicht in Gegenwart Dritter

Anerkennung sollte nur unter vier Augen ausgesprochen werden. Schnell einmal können andere Mitarbeiter sich zurückgesetzt fühlen oder die beglückten Kolleginnen und Kollegen als Streber und Karrieristen abtun. Eine Gruppe oder ein Team darf als Ganzes gelobt werden, aber immer nur unter konsequentem Einbezug aller.

9. Nicht nur Spitzenleistungen und Stars loben

Sicher verdienen es Spitzenleistungen, herausragende Erfolge oder für das Unternehmen besonders wertvolle Leistungen, entsprechend anerkannt und gelobt zu werden. Doch auch Lösungsansätze, Teilerfolge und Detailfortschritte zu loben ist wichtig, da so das Selbstvertrauen gestärkt und signalisiert wird, dass man von einem erfolgreichen und guten Abschluss überzeugt ist.

10. Zielkonform und relevantbezogen loben

Anerkennung sollte sich im Grossen und Ganzen konsequenterweise auf vereinbarte Ziele für Unternehmen und Team relevante Leistungen konzentrieren, was die Ziel- und Relevanzfokussierung verstärkt.


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