Mitarbeiterführung Mitarbeitergespräche

Feedback: Das A und O in Mitarbeitergesprächen

Im Umgang mit Feedbacks sollten gewisse Fehler vermieden werden. So sind unspezifische und wenig individuelle Verallgemeinerungen zu vermeiden, da deren Nutzen zu gering ausfällt. Weitere wichtige Regeln enthält dieser Beitrag.

Dazu gehören auch Vagheiten wie beispielsweise „Das verstehe ich schon irgendwie, aber Sie sollten dennoch versuchen, das zu ändern…. Konditionalis wie „Man müsste und sollte….“ sind auch wenig hilfreich, da sie mehr Unsicherheit erzeugen als Hilfe leisten. Erfolg und gute Leistungen möchte man geniessen und erleben können und so oft wie möglich bestätigt und bewiesen haben.

Über die verbale Wertschätzung und Anerkennung hinaus ist es aber wichtig, auch andere Formen des Erfolgsfeedbacks zu geben, die faktisch, möglichst auch emotional und authentisch sind. Dies können konkret sein:

  • Wertschätzung der Geschäftsleitung weitergeben
  • Erfolge in Mitarbeiterzeitschrift publik machen
  • Folgen der neuen Idee eines Mitarbeiters aufzeigen
  • Ein Kundenkompliment weiterleiten

Es gibt u.a. Menschen die Möglichkeit, Selbst- und Fremdbild miteinander zu vergleichen und dadurch zu erfahren, wie sie mit ihrem Verhalten tatsächlich auf andere wirken. Feedback ist nur dann konstruktiv, wenn es hilfreich ist. Deshalb sollte es folgende Eigenschaften aufweisen: beschreibend (nicht bewertend), konkret (nicht verallgemeinernd), realistisch (nicht utopisch), unmittelbar (nicht verspätet), erwünscht (nicht aufgedrängt).

Nebst einer guten Fragestellung ist das Feedback-Geben ein zentral wichtiges Mittel. Setzen sie dieses Mittel immer wieder in Gesprächen, nach Beobachtungen, bei Zusammenfassungen und weiteren Gelegenheiten ein.

Wichtige Feedback-Regeln sind:

  • Wichtige Feedback-Regeln auf einen Blick
  • Stets konkret und spezifisch Feedback geben
  • Überwiegend positives Feedback geben
  • In der Form der Ich-Botschaft Feedback geben
  • Sagen was das Verhalten des anderen an Gefühlen auslöst
  • Eventuell Verhaltensalternativen empfehlen oder nennen
  • Feedback immer situationsgerecht und angemessen geben
  • Verfassung und Stimmung des Feedbacknehmers beachten
  • Sich auf das Wesentliche und Relevante beschränken
  • Keine persönliche Bewertung abgeben
  • Nie Eigenschaften, Vermutungen, Interpretationen äussern
  • Nach Möglichkeit nicht mit Ratschlägen Feedback geben
  • Feedback sollte konkret sein – nicht verallgemeinernd
  • Situation beschreiben und dann Wahrnehmungen formulieren
  • Eindrücke, Gefühle, Beobachtetes, Spontanes „feedbacken“
  • Darauf achten, zu welchen Wahrnehmungen man selber neigt
  • Keine Analysen, Psychologisierungen oder Appelle äussern
  • Feedbacknehmer über den Zweck von Feedback aufklären
  • Feedback schnell und unmittelbar geben
  • Ermutigendes, Selbstvertrauen stärkendes Feedback geben
  • Verhaltensänderung kann Absicht sein, muss aber nicht
  • Nur Feedback geben, wenn man sich dazu in der Lage fühlt
  • Feedback muss immer glaubwürdig, authentisch, ehrlich sein
  • Manipulatives Feedback gefährdet die Vertrauensbasis

Aus den obigen Verhaltensregeln wirksamen Feedbacks geht hervor, dass Feedback eine der wirksamsten Kommunikationstechniken ist, mit der man mit wenig viel bewirken kann. Es

klärt Aufgabenziele und deckt Missverständnisse auf:
Wer vom Ziel abkommt, benötigt Rückmeldungen, die ihn korrigieren.

Steuert Verhalten:
Erwünschtes Verhalten wird durch Anerkennung verstärkt, unerwünschtes Verhalten bleibt nach negativer Rückmeldung
aus.

verbessert Beziehungen:
Allein durch das Ansprechen von Missverständnissen und Beobachtung lösen sich Probleme.

fördert Verständnis:
Das Hineinversetzen in den anderen lässt einen mehr verstehen und schafft eine Vertrauensbasis.

fördert persönliche Lernprozesse:
Um zu erfahren, wo man steht, hilft das Feedback entscheidend.

trägt zur Selbsteinschätzung bei:
Wer weiss, wie einen die anderen sehen, kann sich selbst viel besser einschätzen.

hebt die Motivation:
Anerkennung, die ausgedrückt wird, signalisiert dem Mitarbeiter Erfolg, Anerkennung und Vertrauen in seine Fähigkeiten und ermutigen ihn.


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