Mitarbeiterbeurteilung

Wie man Fehler als Lernchance nutzt

Fehler sind Abweichungen von Anforderungen und da Fehler in der Regel unerwünschte Folgen haben, sind wir tunlichst bemüht, dass diese nicht entstehen. Die gute Absicht ist stets vorhanden, was Fehler wiederum von bösen Taten unterscheidet.

Weiterhin wissen wir, dass wer arbeitet auch Fehler macht. Insofern sind Menschen und Organisationen geradezu naturgemäss daran interessiert, alles Erdenkliche zu tun, um Fehler zu vermeiden, und im Falle entstandener Fehler diesen unter keinen Umständen zu wiederholen.

Aber nur wer sich die Mühe macht, die Ursachen eines Fehlers zu erkennen, hat die Chance, aus dem Fehler zu lernen und ihn in Zukunft zu vermeiden. Dieser Lernchance steht oft unsere emotionale Reaktion entgegen. Wir ärgern uns über unseren Fehler, weil wir wissen, dass er vermeidbar war, und weil wir uns die möglichen Folgen je nach Schwere des Falls ausmalen: Mehrarbeit, Verlust an Ansehen, an Zuwendung, an Geld oder gar ein Knick in der Karriere.

Vertrauen und die Chance, aus Fehlern zu lernen

Wir sind aufgebracht angesichts eines Fehlers unseres Mitarbeiters, weil wir ihn für überflüssig und vermeidbar halten, sogar glauben, dass er uns nie und nimmer passieren könnte, und weil wir die Folgen für uns befürchten: Fehler von Mitarbeitern schaffen neue Probleme, sie schädigen unser Ansehen als Führungskraft, beeinträchtigen die eigene Zielerreichung usw.

Wer diese Emotionen nicht zügelt, begeht leicht den nächsten Fauxpas: Fehler verbergen, vertuschen, verniedlichen, auf andere abwälzen oder überbewerten, dramatisieren und bestrafen. Wer nicht zu eigenen Fehler offen steht und dafür nicht die Verantwortung übernimmt, wer bei Mitarbeiterfehlern mit Vorwürfen und Drohungen reagiert, wird ein Angstklima erzeugen, das Offenheit, Vertrauen und die Chance, aus Fehlern zu lernen, verbaut. Angst vor Fehlern verhindert überdies kreative und innovative Arbeitsweisen und drückt die Leistungskraft und die Freude. Nur in einer angstfreien Umgebung entstehen Flow-Gefühle.

Wenn es Ihnen gelingt, eigene Fehler ehrlich einzugestehen und Fehler als Lernchance zu nutzen, so schaffen sie die besten Bedingungen dafür, dass auch Ihre Mitarbeiter Fehler eingestehen und offen benennen und dass der Fehler nicht wiederholt wird. Oft können auch die Kollegen aus den Fehlern lernen, sodass der Nutzen mancher Fehler weit grösser ist als es auf den ersten Blick erkennbar war.

Auf die Ursachen und Bedingungen achten

Fehler können in fehlender Kompetenz, in Unachtsamkeit oder mangelnder Einsatzbereitschaft liegen; sie können durch ungünstige Arbeitsbedingungen, Reibungen in den Abläufen oder Konfliktpotenziale in den Arbeitsbeziehungen begünstigt werden. Auf die Ursachen und Bedingungen zu schauen, schafft überhaupt die Möglichkeit, Defizite zu beseitigen.

Wie gesagt: Fehler und ihre Folgen sind höchst unerwünscht. Aber wenn sie auftreten, sind sie zum Wohle des Unternehmens zu nutzen. Wir müssen nicht jeden Fehler als Geschenk des Himmels begrüssen, aber negative Emotionen sollten andererseits nicht den Blick verstellen.

Nehmen wir an, ein Mitarbeiter macht trotz mehrerer Gespräche wie-derholt die gleichen Fehler. Offensichtlich ist er nicht in der Lage, die Ursache zu beheben. Er bringt beispielsweise zu wenig Konzentration bei der Justierung seiner Werkzeuge auf oder gibt Kunden weiterhin Lieferzusagen, die die Firma unmöglich einhalten kann. Was tun?

Sie haben mit Ihrem Mitarbeiter bereits mehr als einmal sehr intensiv die Ursachen für die Fehler herausgearbeitet und auch Massnahmen zur Behebung festgelegt – das könnte in unseren Beispielen die vorübergehend gemeinsame Werkzeugeinrichtung mit einem Kollegen sein und die Vereinbarung, vor jeder Kundenzusage noch einmal Rücksprache mit dem Versand zu halten.

Wenn Sie keine Hoffnung mehr haben, sollten Sie den Arbeitsplatz schnellstmöglich anders besetzen. Was den Mitarbeiter betrifft, haben Sie drei Möglichkeiten: entweder kann er andere Aufgaben in Ihrem Bereich übernehmen oder es gibt für ihn in der Organisation eine andere Funktion oder Sie werden sich von ihm trennen müssen.

Seien Sie sich deshalb bewusst:

Nutzen Sie
die regelmässige Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern, um gemeinsam mögliche Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und dadurch Fehler zu vermeiden.

Schätzen Sie die Tragweite
von Fehlern anhand ihrer Folgewirkung für die Organisation realistisch ein. Vermeiden Sie, Fehler einerseits zu verharmlosen, andererseits zu dramatisieren. Beides versperrt den Zugang, aus den Fehlerquellen für die Zukunft zu lernen.

Gestehen Sie eigene Fehler ein.
Offenheit und Ehrlichkeit schaffen Glaubwürdigkeit und werden geschätzt.

Sorgen Sie im Falle von Fehlern
zuerst für Schadensbegrenzung. Anschliessend fragen Sie nach den Gründen und ziehen Sie Ihre Lehren.

Äussern Sie sich anerkennend,
wenn Mitarbeiter Fehler ehrlich benennen und zu ihnen stehen.


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