Personalgewinnung

Online-Stellenanzeigen onlinegerecht verfassen

Online Stellensuchende wollen Anzeigen schnell vergleichen und erfassen können. Konfus strukturierte Stellenanzeigen werden übersehen, denn Web-Nutzer sind ungeduldige Leser – und die nächste Anzeige ist nur einen Mausklick entfernt.

Jeder weiss es aus eigener Erfahrung: Wenn eine Webseite mit ihren Inhalten nicht gleich auf den Punkt kommt, zuckt der Zeigefinger in Windeseile auf die Maustaste – und die Chance für den Inhalte-Anbieter ist erst einmal vertan.

Stellensuchende sind noch ungeduldiger!

Was für Texte im Internet gilt, gilt für Online-Stellenanzeigen noch weitaus drastischer. Aus Nutzersicht geht es darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Offerten abzugleichen,um das optimal auf seine Qualifikationen passende Stellenangebot herauszufiltern.

Standards garantieren Übersicht und Schnelligkeit

Gelingen kann ihm dies in vertretbarer Zeit aber nur dann, wenn alle Stellenanzeigen möglichst ähnlich aufgebaut sind. Auch aus Anbietersicht hat eine Standardstruktur ihren Sinn: Je präziser über das Stellenprofil und die erwarteten Qualifikationen informiert wird, desto besser ist die Qualität der eingehenden Bewerbungen. Im Endeffekt verringert sich der Sichtungsaufwand.

Standard-Aufbau

Es hat sich bei den Stellenanzeigen eine formalisierte Textstruktur eingebürgert. Es handelt sich dabei um einen vierstufigen Aufbau mit vier Elementen: am Kopf der Stellenanzeige stehen Stellenanbieter und Stellenbezeichnung, dann das Stellenprofil, die Qualifikationsanforderungen und schliesslich die Kontaktdaten.

Informationsdesign

Wichtig ist, dass diese Standard-Struktur auch ins Textdesign übersetzt wird, also schon auf den ersten Blick für die Nutzer sichtbar ist. Die Stellenanzeige sollte also auf keinen Fall einen, ohne Absatzzeilen, von oben nach unten durchlaufenden Fliesstext enthalten. Die Empfehlung lautet hier ganz klar: Jede dieser vier Stufen bekommt einen eigenen Absatz mit eigener Zwischenüberschrift.

Zwischenüberschriften setzen Akzente

Wie die Zwischenüberschriften konkret zu texten sind, ist natürlich Ihnen überlassen. Allerdings geht es auch hier darum, den Nutzern das schnelle Erfassen der Inhalte zu ermöglichen. Die Zwischenüberschriften müssen den Lesern klar mitteilen, ob es sich beispielsweise um das Anforderungsprofil oder das Qualifikationsprofil handelt. Formulierungen wie „Was wir von Ihnen erwarten“ oder „Ihre Qualifikation“ bringen glasklar auf den Punkt, was Sache ist.

Klare Formulierungen sind unerlässlich

Wichtig ist auch, dass Sie beim Beschreiben von Stellen- und Qualifikationsprofil nicht im Vagen bleiben, frei nach dem Motto „Bei uns läuft das im Allgemeinen so und so“. Sprechen Sie die Adressaten statt dessen ganz direkt an. Beispiel: Bewerberansprache.  Ein Beispiel: „Als Bildredaktor(in) betreuen Sie verantwortlich mehrere Medien. Und zwar von der Beratung und Ideenfindung über die Produktionssteuerung und Bildrecherche bis zur Auswertung und Präsentation der Bilder“.

Auch das Format spielt eine Rolle

Um das schnelle Erfassen zusätzlich zu unterstützen, sollten die Überschriften fett gesetzt werden. Bei komplexen Stellen- und/oder Qualifikationsprofilen sollten Sie Fliesstexte generell vermeiden, also nicht in ganzen Sätzen formulieren, sondern eine Liste der einzelnen Aspekte anbieten und die Struktur der Liste durch Aufzählungszeichen wie Spiegelstriche oder Punkte visualisieren.

Stellenbezeichnung kurz halten

In der Regel ist die Stellenbezeichnung jene Komponente, die für das Listing der gesamten Anzeige in einer Suchergebnisseite genutzt wird. Texten Sie die Stellenbezeichnung deshalb kurz und aussagekräftig, mehr als siebzig Zeichen sollten es nicht sein.

Beschreiben Sie daher die Stelle so präzise wie möglich. Die meisten Online-Anbieter sehen in der Kategorisierung die gleichzeitige Auswahl verschiedener Branchen und Aufgabenfelder vor. Grenzen Sie diese so stark wie möglich ein. So erreichen Sie, statt einem niedrigen Rang im Suchergebnis und vielen Zuschriften, einen Platz „weiter oben“ auf der Liste und sprechen weniger, dafür passendere Bewerber auffälliger an. Als Faustregel sollten maximal drei Branchen und drei Berufsfelder ausgewählt werden.

Suchgerechter Anzeigentext

Auch auf den Anzeigentext lohnt sich ein kritischer Blick. Selbst wenn auf Ihrem Firmenpapier sämtliche Firmensitze und Fertigungszweige aufgeführt werden – im Anzeigentext haben nur Worte mit Bezug zur Position etwas zu suchen! Möchten Sie also einen Feinmechaniker in Aarau einstellen, nennen Sie lediglich diesen Dienstsitz – am besten zusammen mit der Postleitzahl.

Denn eine Volltextsuche kann zwischen Ausschreibungstext und Firmen-Information oft nicht unterscheiden. Tipp: Sämtliche Information, die zwar für Ihre Corporate Identity wichtig ist, aber nicht unbedingt für die Position, legen Sie am besten in einer Grafik ab. So konzentriert sich die Suchmaschine voll und ganz auf die Angaben für die zu besetzende Stelle.

Wenn Sie den Erfolg Ihrer Anzeigenplatzierung prüfen wollen, besuchen Sie die entsprechenden Rekrutierungsseiten als Bewerber. Für eine sinnvolle Stichprobe sollten Sie zunächst nach Kategorien suchen (hier bieten sich Branche, Tätigkeitsfeld oder Region an). Im zweiten Schritt grenzen Sie die angebotene Ergebnisliste der Anzeigen mit der Volltextsuche weiter ein und prüfen die Platzierung Ihrer Ausschreibung.


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