HR-Know-how Human Resource Management

So gelingen bessere Online-HR-Recherchen (Teil 1)

HR-Professionals recherchieren oft im Internet, von Studien über Know-how bis zu Trends. Oft ist dies aber zeitraubend und die Treffer sind qualitativ mangelhaft oder
irrelevant. Einige wenige Rechercheregeln verbessern die Trefferqualität jedoch erheblich.

Ob Sie mit einer Suchmaschine möglichst schnell die gewünschten Informationen
finden, hängt oft ganz entscheidend davon ab, wie geeignet die von Ihnen
eingegebenen Stichwörter sind. Hier lohnt es sich, bei wichtigen Recherchen
einige Grundüberlegungen anzustellen, bevor man Suchmaschinen blindlings mit
einigen zufällig gewählten Stichwörtern auf die Suche schickt und von
Zehntausenden von nutzlosen Treffern «erschlagen» wird. Dabei können folgende
Fragestellungen hilfreich sein:

Die Wahl und Gewichtung der Suchbegriffe

Die Sprache, die Art, Aufbereitung und Form der Information, das Niveau, die Anzahl, die Kombination und die Systematik von Suchbegriffen ist sehr entscheidend für die Qualität, Auswahl und Relevanz von Informationen. Wer nur mit Personalmanagement sucht, darf sich nicht wundern, mit Zehntausenden von ungenauen Webquellen überflutet zu werden. Wer hingegen die Begriffskombination „Personalmanagement Personalentwicklung Social Media“ wählt, wird wohl sehr viel präziser bedient werden. Auf die folgenden Punkte kommt es ganz besonders an:

Was genau wollen Sie wissen? 
Hier Klarheit zu bekommen, hilft viel Zeit sparen und präzisere Informationen
zu bekommen. Beispiel: Bei der Suche nach Strategien der Personalgewinnung
sollten Sie sich zuerst darüber im klaren sein, ob Sie wissen möchten, ob dies
den Onlinebereich betrifft oder ob es um die eher klassischen Methoden geht und ob es um Grundlageninformationen, Studien, Umfragen oder eher How-to-do-Hilfen geht, um nur einige Beispiele zu nennen. Es ist bei wichtigen Recherchen oft hilfreich, sich gründlich in den Themenkomplex, seine verschiedenen Facetten, den präzisen Informationsbedarf und die alternativen Sichtweisen einzufühlen und verschiedene Möglichkeiten und Herangehensweisen zu testen.


Zu welchen Begriffen wollen Sie Informationen suchen?
 

Am besten, Sie notieren sich die Begriffe, mit denen Sie suchen wollen, und
besuchen einige Websites zu verschiedenen HR-Fachgebieten in Katalogen oder Online-Fachmagazinen zum Thema. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kann auch ein Synonymwörterbuch weiterhelfen, welche es auch online, zum Beispiel hier gibt.

Zu Online-Stellenangeboten bestehen beispielsweise Synonyme wie Stellenbörse, Jobplattform,
Online-Stellenangebote, Online-Stellenmarkt, Jobportale und mehr. Nutzt man alle diese und mehr Begriffe, erhöht sich die Anzahl der Treffermeldungen stets. Übrigens: Unter Mehr Optionen in der linken Spalte bietet auch Google für Synonyme die Funktion Verwandte Suchabfragen und Suche in Wörterbüchern.

Welche Zusatzbegriffe verfeinern und präzisieren die Suche? 

Thematisch kann dies eine Eingrenzung sein (also nicht nur Personalentwicklung,
sondern die Personalentwicklung im E-Learning) oder aber auch die Quelle betreffen
(Referat oder Meldungen einer aktuellen Konferenz zum Thema). Auch das Niveau
oder die Qualität kann mit einem Zusatzbegriff beeinflusst werden (Expertenname, Fachbegriff, Fremdwort, Universitätsname usw.). Je nach dem hat natürlich auch die Sprache (englischer oder deutschsprachiger Begriff wie Job Description oder Stellenbeschreibung) einen erheblichen Einfluss auf die Informationsmenge oder –aktualität und natürlich auch die Herkunft.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten von Suchmaschinen

Suchmaschinen gestatten wesentlich mehr und über die eigentliche Suche und Recherche hinausgehende Möglichkeiten, als man zuweilen denkt. So kann kurz auch die Schreibweise eines Begriffes während des Schreibens eines Berichtes geprüft werden, nach einem passenden Zitat gesucht werden, ein Tipp zur Nutzung von Word oder Excel, die Übersetzung eines Begriffes, das Buch- oder Seminarangebot zu einem bestimmten Thema oder nach einer Meinung der Fachpresse zu einem bestimmten Themas recherchiert werden. Google hat dafür auch die Rubrik News.

Das Fachniveau eines Begriffes
 

Dies kann das Auffinden von qualitativ besseren Webseiten mit höherem Niveau
stark beeinflussen und die Suche geschickt einschränken. Verwendet man z.B.
wissenschaftliche, fachliche Begriffe oder Allerweltswörter aus der
Umgangssprache? Beispiele solch unterschiedlicher Begriffsverwendungen sind:
Recherche oder Suche, Fluktuation oder Kündigungsquote, Sozialkompetenzen oder
Mitarbeitercharakter.

Um so fachorientierter ein Begriff ist, desto
professioneller und fundierter sind im allgemeinen auch die Informationen bzw. gefundenen Websites. Auch das Ausweiten auf Themennischen – oder sehr spezifsche Begriffe kann neue Resultate bringen. Beispiel: Bei der Suche nach Informationen zum „Assessment Center“ beispielsweise einen Unterbegriff wie „Postkorbübung“, „Case Study“ oder „Stresstest“ verwenden.

Qualitativ gute Informationsquellen
Es gibt viele professionelle und renommierte Informationsquellen aus dem traditionellen bzw. nicht virtuellen Bereich , die qualitativ gute und redaktionell recherchierte Informationen bieten. Es sind dies je nach den gesuchten Informationen HR-Fachmagazine, Management-Fachzeitschriften, Institute, Universitäten, Verbände, Behörden, Gesetzessammlungen oder renommierte Experten mit eigenen Websites, um nur einige wichtige Beispiele zu nennen. Magazine und Fachzeitschriften sind eine Art von „Informationsmarken“, die in der Regel eben allein dadurch eine gute Qualität garantieren.

Online-Informationsquellen
Die Internetquelle Wikipedia ist ein von den Usern geführtes Lexikonwerk mit grösstenteils hervorragender Qualität und aktuellen und fundierten Beiträgen und diversen Wissensportalen, wie zum Beispiel jenes zum Personalwesen. So vermittelt auch ein Dienst wie beispielsweise Businesswissen.de betriebswirtschaftliches Wissen und Managementtechniken und informiert in einem Magazin über Lösungen und Trends und den Managementbereich Personalmanagement.

Social Media-Quellen

Aber auch andere Portale zu spezifischen Themen, Expertenportale mit aktuellen Beiträgen oder solche in Social Media Bereichen bieten interessante Informationen. Im Social Media Bereich sind beispielsweise gemeinsam mit anderen Nutzern geführte Bookmarkverzeichnisse wie Mr. Wong, eine Art digitale Bibliothek oder Business-Netzwerke wie Xing interessant und können neue Wissens- und Informationsquellen eröffnen oder das Finden von Experten und Fachcommunities und den Wissensaustausch generell ermöglichen. Ein weiterer Informationsdienst sind Folienpräsentationen wie jene bei Slideshare mit kompakten Beiträgen und Übersichten.

Teil 2 des Beitrags lesen Sie hier.

 


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