Human Resource Management Personalentwicklung

Mitarbeiterzeitungen und deren Rolle im digitalen Zeitalter

Die Beachtung von Mitarbeiterzeitungen hängt von vielen Faktoren ab, die von der inhaltlichen Konzeption über die Erscheinungsweise und Produktionsform bis zur redaktionellen Machart reichen. Einige wichtige finden Sie in diesem Beitrag.

Mitarbeiterzeitungen als Teil der Corporate Identity
Die Mitarbeiterzeitung ist ein Instrument der internen gesamtbetrieblichen Kommunikation. Sie muss daher auch ein Ausdruck der Corporate Identity des Unternehmens sein und diese auch visuell vom Erscheinungsbild her mit kommunizieren, sowohl inhaltlich als auch in der optischen Aufmachung. Dies gilt ebenso bei einfachen und kostengünstigen Zeitschriften. Dadurch identifizieren sich Mitarbeitende stärker mit einer Mitarbeiterzeitung und sie fügt sich schnell erkennbar in das Gesamtgefüge des Auftrittes des Unternehmens gegen innen und gegen aussen ein.

Möglichkeiten und Foren für Kritik
Die eingesetzte Redaktion sollte die Unabhängigkeit der Leitung und allfällig freier Mitarbeiter garantieren und ein selbstständig und frei von Geschäftsleitungszensuren arbeitendes Redaktionsteam sicherstellen. Das betrifft vor allem Fragen nach dem Status der redaktionellen Arbeit als Teil der Arbeits- oder Freizeit, nach dem Ort der Redaktionssitzung und nach unternehmenskritischen Äusserungen. Ein Unternehmen, welches eine Mitarbeiterzeitung wünscht, sollte, im Interesse von Motivation und Glaubwürdigkeit bestrebt sein, Kritik zuzulassen, einen eigenen Stil zu entwickeln und nicht zuletzt den Mut zu haben,“ heisse Eisen“ anzufassen.

Die Mitarbeiterzeitung als Teil der betrieblichen Information
Eine Mitarbeiterzeitung kann nur einen Teil der internen Kommunikation abdecken. Sie ist kein Ersatz für andere zusätzlich notwendige Massnahmen und schon gar kein Ersatz für mangelnde Kommunikationsfähigkeiten – oder bereitschaft der Geschäftsführung und Führungskräfte. Die Hauptaufgabe einer Mitarbeiterzeitschrift ist es, über Neuigkeiten im Unternehmen offen, schnell und vollständig zu informieren und auf die vielfältigen Interessen und Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen.

Produktionsform: Digital oder Print?
Eine physisch greifbare und in Händen haltbare Mitarbeiterzeitung, die verteilt, mitgenommen und archiviert werden kann, hat auch im digitalen Zeitalter eine stärkere und nachhaltigere Wirkung als digitale Medienformen. Digitale Produktionsformen können aber durchaus flankierend eingesetzt oder mit Printvarianten kombiniert werden. So kann ein E-Mail-Newsletter „Breaking News“ bekannt machen, ein PDF-Versand ein Sonderthema aufgreifen oder während der Sommerferien digital erscheinen.

Oder eine Leserbriefrubrik kann zum Beispiel nur oder auch im Intranet geführt werden. Auch eine Diskussion zu einem in der Mitarbeiterzeitung behandelten Schwerpunkt-Thema online in Chatform ist eine weitere Möglichkeit. Am empfehlenswertesten sind also sinnvolle Kombinationen und Ergänzungen, welche die Stärke des jeweiligen Medienträgers nutzen.

Verschiedene Beitragsformen nutzen
Die Umsetzungstechniken des Personalisierens, Problematisierens, Lokalisierens und Visualisierens können auch eine hausinterne Publikation wesentlich aufwerten und den Auftritt einer Mitarbeiterzeitung erheblich professionalisieren, was sich letztlich positiv auf die Beachtung und Akzeptanz auswirkt.

Die unterschiedlichen journalistischen Möglichkeiten sollten voll genutzt werden: Bericht und Meldung, Porträt und Interview, Kurznachricht, Reportage, Kommentar und Glossen. Auch die Wahl der Rubriken hat einen erheblichen Einfluss: Pointierte Meinungen und Kommentare, kritische Stimmen von aussen und Abteilungsporträts sind einige Möglichkeiten.

Rubriken und beliebte Themen
Kommentare, Glossen und andere – vielleicht auch einmal kritische – Meinungselemente kommen gut an und erhöhen die Lesefrequenz und Glaubwürdigkeit entscheidend. Auch interne Personalien (Geburtstage, Jubiläen, Hochzeiten und nicht zuletzt Hobbys und sportliche Leistungen) sind – wenn gut aufgemacht und informativ mit einer Prise Humor und Originalität präsentiert – Renner und dürfen in Mitarbeiterzeitschriften nicht fehlen.

Die klassische Mitarbeiterzeitschrift und das Internet
Leider ist die klassische Printversion der Mitarbeiterzeitung in erster Linie ein Instrument der „Einwegkommunikation“ mit eingeschränkten Interaktions- und Dialogmöglichkeiten. An dieser Stelle kann das Corporate Intranet seine Vorteile als interaktives, multimediales Dialogmedium voll ausspielen. Dabei geht es nicht um die Ablösung des klassischen Printperiodikums, sondern vielmehr um eine Erweiterung: On- und Offline-Publishing im Verbund ist dabei ein guter Weg.

Damit können sämtliche Beiträge, auch älterer Ausgaben, bequem im Intranet recherchiert werden. Interessante Themenbereiche kann der Nutzer als Newsletter abonnieren. Zusätzlich ist es möglich, Artikel und Themen im Intranet mit anderen Kollegen zu diskutieren (per Forum- oder Chat-Software).


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