Personalgewinnung

Recruiting-Kommunikation: Emotionen und Dialog führen zu mehr Erfolg

Stellenanzeigen und Personalkommunikation sind auch im Web 2.0 Zeitalter oft noch viel zu trocken und sachlich und arbeiten zu wenig mit Emotionen, Dialog und Menschen. Was das Marketing schon lange weiss und praktiziert, kann aber auch das HR.

Sicher, Mitarbeiter möchte man nicht wie Energy Drinks und Suppenwürfel vermarkten und Stellenanzeigen nicht zu Unterhaltungsshows und Limericks verkümmern und reduzieren lassen. Es geht schliesslich um Jobs, Fakten und Leistung – und Unternehmen, Bewerber und Stellen sind keine Produkte. Nur – gewisse Regeln der Kommunikation gelten für alle Geschäfts- und Lebensbereiche.

Dazu zählt die Wirksamkeit von Dialog, Gefühlen, Bedürfnissen und Menschen. Und: Auch Fakten und Tatsacheninformationen können emotional, dialoghaft, menschennah und fassbar kommuniziert werden, und zwar ohne dabei an Ernsthaftigkeit, Informationsgehalt oder Niveau einbüssen zu müssen.

In die Herzen der Zielgruppen gelangen
Das Marketing weiss schon lange, wie wichtig es ist, die Herzen der Zielgruppen anzusprechen und zu erreichen. Weitgehend mit Emotionen lassen sich Menschen überzeugen, zu einer Handlung aktivieren und für Argumente und Informationen generell zugänglich machen. Auch erfolgreiche Kommunkatoren und Rethoriker wissen, dass sie mit Geschichten, Beispielen, Gefühlen, Erlebnisse, Persönlichem viel besser ankommen und verstanden werden.

Dies entspricht der neuerdings vertretenen These und Meinung, im Web 2.0 Zeitalter vor allem mit den Inhalten und den digitalen Kanälen zu arbeiten – „Digital Experience“ ist dazu der neu kreierte und „sozusagen schon in den Startlöchern“ stehende Begriff. Darunter werden Interaktionen verstanden, die Anbieter ihren Kunden personalisiert im jeweiligen Kontext über verschiedene Kanäle bereitstellen.

Fakten-Auflistung oder Live-Video?
Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter, der in einem Video seinen Arbeitsplatz zeigt, von aktuellen Aufgaben erzählt, von seinen Fördererlelbnissen und -erfahrungen berichtet und womöglich ein bis zwei sicht- und fassbare Beispiele von fertig erstellten Arbeitsinstrumenten oder Produkten präsentiert und auch noch sein Kolleginnen und Kollegen vorstellt, ist allemal wirksamer als eine trockene Auflistung von Anforderungen, die ohnehin oft austauschbar mit vielen anderen Stellenanzeigen und Anforderungsprofilen sind.

Trockenes Neumanagement-Deutsch und Business-Superlative werden entweder oft nicht verstanden oder schrecken eher ab als dass sie Eindruck machen. Geschichten, Beispiele, Analogien, Erfolgsstorys, Humoreinlagen und mehr ermöglichen dies wesentlich erfolgreicher – worüber und wo auch immer kommuniziert wird.

Menschen, Emotionen und der Dialog zählen
Die Bedeutung der Emotionen, der Bildkonzepte und des dialogorientierten Personalmarketings sind im Internet wesentlich besser möglich als in traditionellen Medien. Leider wird aber gerade dieser Aspekt oft vernachlässigt und zu sachlich und faktenorientiert kommuniziert. Es zeichnet eine erfolgreiche Recruiting-Kommunikation im Internet aus, wenn sie Emotionen anspricht, Bilder entstehen lässt, Menschen in den Vordergrund rückt, das Gespräch und den Dialog sucht und wünscht. Dies macht Arbeitgeber fassbarer, gibt ihnen mehr Profil und Individualität, steigert die Glaubwürdigkeit und Authentizität und dient dem Employer Branding als Ganzem.

Möglichkeiten gibt es dazu viele, man denke nur an Videos, welche Einblick in den Unternehmensalltag geben können oder Interviews mit Mitarbeitern zeigen, die von Projekten oder Weiterbildungsanlässen erzählen. Oder Mitarbeiter-Blogs, welche Mitarbeiter aus dem Arbeitsalltag des Unternehmens berichten lassen. Spontane Twittermeldungen, welche aktuelle Mitarbeiteranlässe kommentieren oder die Eindrücke und Fragen aus einer Job-Fachmesse weiter geben. Virtuelle Rundgänge können in Bild- oder Videoform Abteilungen, Menschen und Erholungsräume oder Firmenrestaurants zeigen.

Karriere-Websites als geeignete Plattformen
Auf Karriere-Websites können Bewerber oder Interessenten via Chat-Tool zum Dialog eingeladen oder ermuntert werden, Postings von Mitarbeitern in Blogs zu kommentieren. Oder eine Gruppe neuer Lehrlinge schildert ihre ersten Erfahrungen und Erlebnisse im Unternehmen mit Videoeinblendungen in Social Media-Plattformen in unterschiedlichen Kommunkationsformen und -formaten. Oft kann oder muss dies gar ergänzend zu Fakteninforamationen sein und diese vertiefend verstärken und die Glaubwürdigket erhöhen.

Es können auch
Kurzporträts oder Erlebnisberichte , also authentische und direkt aus
dem Unternehmensalltag stammende „Blicke hinter die Kulissen“, welche
das Unternehmen und seine Mitarbeitenden echt und unverfälscht so
zeigen, wie sie sind und arbeiten – geprägt von Gesichtern, Erlebnissen,
Eindrücken und Namen der Mitarbeiter, von Beispielen, Interviews und
Geschichten, die einen glaubwürdigen und interessanten Einblick in den
Unternehmensalltag geben und typisch sind für die Unternehmenskultur und
Arbeitgeberstärken.
 
Auch Stellenanzeigen sind betroffen
Auch Stellenanzeigen können emotionaler und direkter sein. Statements von Mitarbeitern, aktuelle und interessante Projekte oder Links auf die Karriere-Website des Unternehmens mit Videos oder Blogbeiträgen sind Beispiele. Nicht zu vergessen ist eine generell emotionalere, weniger austauschbare und authentischere Sprache und Kommunikation, die auch in Begrifflichkeiten und Konkretisierungen zum Ausdruck kommen können.

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