Personalgewinnung

Hat das Mobile Recruiting als Rekrutierungskanal Zukunft?

Noch nutzen nur wenige Unternehmen die Möglichkeit der Bewerberansprache über Handys. Doch das könnte sich bald ändern. Eine Studie meint, Mobile Recruiting könnte sich zu einem wichtigen Kanal für die Rekrutierung entwickeln.

Die Bewerberansprache über mobile Endgeräte wird an Bedeutung gewinnen. 42 Prozent der Unternehmen können sich vorstellen, in den nächsten zwei Jahren in ihrem Unternehmen Mobile Recruiting-Kampagnen einzuführen.

Untersuchungen zeigen in positive Richtungen

In diese Richtung deuten viele Studien, die Smartphones, ebenso wie Tablets generell eine bedeutsame Zukunft voraussagen. Aber was ist Mobile Recruiting nun eigentlich? Mobile Recruiting umfasst alle Aktivitäten rund um Employer Branding, Personalmarketing und den Recruitingprozess, die als Kanal zu Interessenten und potenziellen Bewerbern mobile Endgeräte nutzen. Mit immer besseren Bandbreiten ist vor allem auch eine Zweiweg-Kommunikation möglich, die eine gewisse Interaktion erlaubt. Allerdings ist anzunehmen, dass Mobile Recruiting wie auch der Einsatz von Twitter eher begleitende und ergänzende Instrumente sein werden, beispielsweise zur Kontaktaufnahme oder im Rahmen von Mitarbeiter-gewinnen-Mitarbeiter-Programmen.

Man darf andererseits durchaus auch Zweifel anbringen, ob derart wichtige Entscheidungsprozesse auf Mobilgeräten ablaufen und ob Nutzer überhaupt bereit sind, sich auf diesen Geräten damit auseinander zu setzen. Doch auch für eine solche Entwicklung offen zu sein, ist für alle Recruiter wichtig, die sich mit neuen Medien, und zurzeit vor allem auch mit dem Social Media, auseinandersetzen. Dafür spricht allerdings auch die Zunahme von Mobilgeräten und deren Popularität mit Tablets, Handys, Hybride und Smartphones.

Anforderungen an das Mobile Recruiting

Wichtig ist auch hier die Aufbereitung und Form von Inhalten und deren Einbindung bzw. Vernetzung mit anderen Kanälen und Rekrutierungsplattformen. Diese sollten darüber hinaus mehrheitlich jungen Zielgruppen mit wenig Zeit und Konzentrationsbereitschaft angepasst werden und kurz, einfach, übersichtlich und schnell erfassbar sein.

Kurzmeldungen im Twitterstil allenfalls mit Videos bei interessanten Informationen, die bei Interesse auf Anzeigen oder Netzwerke verweisen, sind ebenfalls empfehlenswert. Auch die schnelle und sehr einfache Kontaktaufnahme oder Anforderungsmöglichkeit von Mehrinformationen sind ein wichtiger Aspekt. Abonnenten von Job Mails bei Stellenbörsen und Job-Empfehlungs-Meldungen sind vermutlich oft auch bereit und empfänglich für Stelleninformationen.

Möglichkeiten und Inhaltsaufbereitungen

Ein interessanter Weg können auch Dispenser mit offenen Stellen oder Arbeitgeber-Portraits in öffentlichen Verkehrsmitteln sein, die mit Barcodes (siehe oben) weitere Informationsanforderungen ermöglichen. Karriere-Webseiten sollten über mobile Endgeräte ebenfalls erreichbar und mobiloptimiert und damit auf mobilen Geräten nutzbar sein. Möglichkeit bieten auch mobile Taggings – die Verwendung von Barcodes zur optischen
Codierung von Informationen. Unternehmen publizieren dabei Plakate,
Dispenser oder Anzeigen, die mit einem Barcode versehen sind. Wer diesen
mit dem Handy abfotografiert, kann die dort verschlüsselten
Informationen, kurze Texte oder Weblinks oder eben auch Stellenanzeigen
und –informationen decodieren.

Vor- und Nachteile von Mobile Recruiting

Der Vorteil ist die Schnelligkeit der Kommunikation, die intensive und einfache Nutzung und Omnipräsenz und die Vertrautheit mit den Geräten: Die Nutzer, die ihr Mobilegerät auf sich haben, bekommen die Nachrichten und Stellenangebote zeitnah ohne dafür am Desktop-PC sein zu müssen. Vor allem die Zielgruppe der jungen und mobilen Jobsuchenden ist daher auf diesem Weg gut zu erreichen und häufig ansprechbar, wobei aber auch ältere Arbeitnehmer inzwischen mit Geräten ausgestattet.

Ein weiterer Vorteil: Unternehmen können sich mit mobilen Anwendungen positiv von ihren Wettbewerbern abheben und Innovationsvermögen beweisen, was besonders bei jüngeren Zielgruppen einen positiven Effekt haben dürfte. Insgesamt zumindest kurz- und mittelfristig Mobile Recruiting höchstens eine Ergänzung zu bestehenden Rekrutierungsinstrumenten für bestimmte Zielgruppen mit passenden Inhalten, die auch sehr gut in bestehende Kommnikations-Infrastrukturen integriert sein sollte.

Problematisch ist hingegen die Darstellung auf den kleinen Displays und die daher geringe Informationsmenge und geringere Datenkapazitäten. Je nach technischen Gegebenheiten kann auch der Aufwand für den zu erwartenden Nutzen zu hoch sein. Fraglich ist auch die Aufnahmebereitschaft von Stellenangeboten im Umfeld von Smartphones, da diese doch mehrheitlich Spielen und Plaudereien vorbehalten sind.

 


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