Mitarbeiterführung

Die Marke Ich – wie Sie zu einer Top-Marke werden

Es ist für viele verpönt, sich wie ein Produkt zu vermarkten oder Werbung für sich zu betreiben. Nur: Die Mechanismen des Marketings und Brandings sind sehr wirksam. Und es ist eine Frage des Stils, der Authentizität und der Ehrlichkeit, wie man dies macht.

Es ist wie bei der Werbung. Es gibt marktschreierische, niveaulose und Werbung mit Superlativen, die mit Lautstärke und nicht mit Argumenten Gehör verschaffen will. Es gibt aber auch jene Art von Werbung, die mit Stil, mit guten Argumenten, mit Sympathie oder mit Humor und Originalität vorgeht. Von dieser Art soll auch die Bildung Ihrer Ich-Marke sein – und sie soll vor allem auch auf Ihre Persönlichkeit zugeschnitten sein.

Damit Self Branding im Führungs- und Berufsalltag wirkt, setzt es ein starkes Interesse voraus, sich mit der eigenen Person auseinanderzusetzen, an dieser zu arbeiten sowie die Bereitschaft, sich auf wenige, spezifische aber dafür wirksame Ihre Stärken widerspiegelnde Eigenschaften zu fokussieren.

Wer bin ich – Eigenanalyse

Mit der Analyse Ihrer eigenen Person, Ihrer Fähigkeiten, Vorlieben, Stärken usw. gelangen Sie zu einem Markenkern, von dem die eigene Positionierung ausgeht: Kleidung, Sprache, Verhalten, schriftlicher Ausdruck und Ihr Auftritt sind einige Beispiele. Wer seine Besonderheiten, seine Stärken und Schwächen und seine Eigenheiten kennt, hat den ersten Schritt zur „Marke Ich“ getan.

Das Ziel ist nicht, zum Sprücheklopfer zu werden sondern den individuellen Wert und die typische Besonderheit der eigenen Persönlichkeit vorteilhaft zeigen und einsetzen zu können. Bei der Ausarbeitung Ihrer Markenidentität stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Wer bin ich? Welche Werte und Prinzipien will ich leben? Welche Leidenschaften habe ich? Welche Lebensziele will ich verfolgen? Wie steht es um die Balance von Beruf und Privatleben? Welche Lebensbereiche sind mir wichtig?

Persönliche Stärken einsetzen

Setzen Sie jene Stärken ein, die Ihre grössten und ausgeprägtesten sind, die sehr gut Ihre Persönlichkeit widerspiegeln und bei Ihren Zielgruppen (Partner, Berufskollegen, Freunde, Aussenstehende, Chefs, mehr dazu nachfolgend) besonders gut ankommen und das bewirken, was Ihnen wichtig ist oder was Sie erreichen möchten. Es gibt Menschen, die ein sehr charismatisches Lächeln haben, die besonderes humorvoll unterhalten können oder sich durch interessantes Wissen oder abenteuerliche Geschichten auszeichnen oder vertrauensvolle und sehr gute Zuhörer sind. Persönliche Stärken können Fach- oder Sozialkompetenzen und beruflicher oder privater Art sein.

Positionieren Sie sich klar

Als Positionierung bezeichnet man im Marketing das gezielte, systematische Erarbeiten und Herausstellen von Stärken und Qualitäten, wodurch und womit sich ein Produkt in der Einschätzung der Zielgruppe auszeichnet und vom Wettbewerb unterscheidet. Gute Marken sind klar positioniert, in dem sie beispielsweise als Hype für Junge, als Seriositätszeichen für Ältere, als Zeichen der Dynamik für Sportliche gut erkennbar sind. Bei einem gut positionierten Produkt ist immer klar, was es auszeichnet und für wen es gedacht ist.

Bei Produkten weiss man, dass die Verpackung eine grosse Rolle spielt – ob im Regal oder in der Attraktivität des Designs. Bei Ihnen als Person ist dies das Äussere, sprich Design, welches die Kleidung, den Haarschnitt, den Modestil, die Gepflegtheit, den Auftritt bis hin zur Rolle bei gesellschaftlichen Anlässen oder geschäftlichen Präsentationen betrifft.

Richten Sie sich auf Ihre Zielgruppen aus

Produkte haben Zielgruppen, die sich nach Alter, Ansprüchen, Verwendungszwecken, Kaufkraft, Geschlechtern und mehr unterscheiden – und die auch unterschiedlich angesprochen werden. Auch Sie haben Ihre „Zielgruppen“, seien es Lebenspartner, Kinder, Berufskollegen, Freunde, Verwandte, Aussenstehende, Vereinskollegen, Vorgesetzte und mehr. Das heisst nicht, dass Sie sich verstellen und Rollen spielen müssen sondern Ihre Stärken und Besonderheiten dort einsetzen, wo sie Ihre Persönlichkeit stärkt und unterstreicht.

Mit USP positives Markenprofil erarbeiten

Produkte haben
oft einen USP, also einen Unique Selling Proposition – etwas
Einzigartiges, das in dieser besonderen Weise nur dieses eine Produkt
hat und ihm ein Profil der
Unverwechselbarkeit verleiht. Diesen USP finden Sie in der Eigenanalyse,
aber auch mit Fragen an Freunde und Ihren Lebenspartner oder eigenen
Beobachtungen, mit welchem Verhalten Sie Sympathie gewinnen. Um so positiver, relevanter und wirksamer ein USP ist, desto besser.

Erfolgreiche Produkte sind auch mit starken positiven Attributen besetzt, die Strahlkraft haben und Vertrauen bewirken. Das gilt auch für Ihre Persönlichkeit: Wenn Zuverlässigkeit, Humor, Hilfsbereitschaft und eine positive Grundhaltung Sie kennzeichnen, sollten sie dieses Image pflegen und sich systematisch so profilieren. Dies ist in der Kommunikation, bei Facebook und Xing, im Berufsleben, bei Meetings und privaten Anlässen und vielerorts mehr möglich.

Promotion und Werbung

Wer nicht wirbt, stirbt, lautet eine Aussage in der Werbewelt. Will heissen: Ein Produkt, für welches man keine Werbung treibt, geht in der Masse der Konkurrenz unter. Machen Sie auch Werbung für sich. Aber tun Sie dies mit Stil und dem zu Ihnen passenden Niveau und nicht mit marktschreierischen Sprüchen. Zeigen Sie Ihre Talente oder verhelfen Sie Ihren Kollegen damit zum Erfolg, melden Sie sich bei Social Media Gruppen mit Ihrem Expertenwissen zu Wort oder machen Sie eine besondere Leistung zum Gespräch. Treffen Sie ihren Vorgesetzten, ist es beispielsweise legitim, zu erwähnen, wie sehr Sie sich über den Abschluss eines Grossauftrags freuen.

Sprache und Kommunikation

Unternehmen, die mit ihren Kunden besonders überzeugend und authentisch kommunizieren, sind in ihrem Branding oft sehr erfolgreich. Sprache und Kommunikation sind auch für Sie wichtig. Worüber sprechen Sie gerne, wie glaubwürdig und authentisch erzählen Sie über sich, wie drücken Sie Ihre Gefühle aus, wie gepflegt oder für Sie typisch ist ihre Sprache und Wortwahl und vieles mehr macht Kommunikation aus. Die Fähigkeit, sich in die Lage anderer versetzen zu können (Empathie), positives Feedback und vieles mehr machen die Qualität der Kommunikation aus. Eine Marke ist umso attraktiver und nachhaltiger, je stärker die Emotionen sind – und dies erreichen Sie mit Kommunikation und dem Setzen emotionaler Akzente Ihrer Persönlichkeit, des Markenkerns.

Markenwert und Qualität

Diese sind nicht nur bei Produkten matchentscheidend – sondern auch bei Ihnen. Ihr Können und Ihre Talente, Ihre Persönlichkeit, ihre Art der Kommunikation, Ihre Erfolge, Ihre Ausstrahlung, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft und mehr machen Ihren Markenwert und Ihre Qualität aus.

Arbeiten Sie daran, diese zu stärken, finden Sie heraus, welche dies sind und achten Sie darauf, wo sie für welche Zwecke und Ziele für Sie den grösstmöglichen Nutzen stiften und Ihr Profil schärfen. Wenn Sie es sind, den man um Rat fragt, Sie es sind, den man zum Projektleiter wählt, Ihnen privat oder beruflich grosses Vertauen schenkt oder mit einer sehr verantwortungsvollen Aufgabe betraut, sind dies stets Zeichen für einen hohen Markenwert.

Stärken Sie auch die Marken anderer

Respektieren und loben Sie andere: Starke Brands haben Ausstrahlung und besondere und nachhaltige Sympathiewirkungen. Seit Facebook kann man dies sogar mit Klicks auf Buttons bekunden und messen… Mercedes als Beispiel hat den Stern als Symbol für Qualität oder auf die Farbe Gelb hat die Post beinahe das Monopol. Legen auch Sie sich einen Stern zu – den der Sympathie und des Vertrauens. Einer der wirksamsten ist, andere Menschen zu respektieren und sie zu wertschätzen. Menschen mit dieser Grundhaltung sind stets willkommen und verfügen über eine starke Vertrauensbasis. Sorgen Sie bei Ihrer Markenpflege stets für Substanz und Nachhaltigkeit und nicht für oberflächliches Sich-nach-vorne-Drängen.

Selbstmarketing ist harte Arbeit

Am Anfang kostet es Überwindung, aber auf lange Sicht lohnt es sich, an der eigenen positiven Reputation zu arbeiten, um sich positiv bemerkbar zu machen und wichtig Ziele einfacher und schneller zu erreichen. Die Frage ist letzten Endes: Will ich mein Leben aktiv gestalten oder will ich es gestalten lassen und unbemerkt im Hintergrund bleiben? Letztlich geht es im Kern darum, zu überprüfen, wie andere einen sehen und wie man gesehen werden will und dann darauf Einfluss zu nehmen und zu handeln.


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